Logo

Poloreiterflasche

Ident. Nr.: I. 2573

ObjID: obj:1525443

Details (expert)

Date(s)
um 1300
Datierung engl.: c. 1300
Dynastie: Mamluken
Dynastie - engl.: Mamluks
Additional titles
Poloreiterflasche
Translation: Flask with Polo Players
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Ägypten,
Land
Herkunft (Allgemein): Syrien,
Land
Dimensions
Höhe: 28,5 cm
Durchmesser: 19 cm
Durchmesser: 4,3 cm Rand

Object Description

Im Zentrum dieser bauchigen Glasflasche steht der großflächig umlaufende, in Email- und Goldfarben gemalte Reiterfries am Körper der Flasche. Dieser findet sein Gegengewicht in einem goldgrundigen, formelhaften Schriftband am zylindrischen Flaschenhals. Beide Friese werden nach unten durch ein schmales, goldfarbenes Flechtband begrenzt. Die Schulter ist fast vollständig mit filigraner Goldmalerei in Form eines Tierfrieses mit Jagdhunden und Hasen ausgefüllt.

Die zwölf galoppierenden Reiter, von denen nur einer tatsächlich einen Polostab trägt, spiegeln die Pferdesportbegeisterung der in Ägypten und Syrien herrschenden Mamluken (ca. 1250–1517) wider. Die drei roten, fünfblättrigen Rosetten auf der Schulter der Flasche weisen auf die zu dieser Zeit im Jemen herrschenden Rasuliden als Auftraggeber. Die ‘Poloreiterflasche’ ist in ihrer Form, ihrem guten Erhaltungszustand und Dekor einzigartig. Angeblich soll sie in China aufbewahrt worden sein.

Auf der in einer Form angeblasenen Flasche wurde mit einem Pinsel farbiges, fein gemahlenes, mit Öl vermischtes Glas bzw. Mineralien dünn auf die Oberfläche aufgetragen. Danach wurde das Stück wieder erhitzt, bis die Farben auf der Glasoberfläche aufschmolzen, die Form der Flasche sich aber nicht veränderte – ein Vorgang, der eine große Beherrschung der Brennöfen voraussetzte. Die Ursprünge der Emailtechnik in Syrien, ihre Herstellungsorte sowie die Weiterentwicklung in Syrien und Ägypten sind noch nicht befriedigend erforscht.

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.