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Audienz des Schahdschahan

Ident. Nr.: I. 4596 fol. 11 v

ObjID: obj:1525877

Details (expert)

Creator/Entity
Shah Jahan (1592–1666)
Date(s)
1640 - 1650
Datierung engl.: 1640 - 1650
Dynastie: Moguln
Dynastie - engl.: Mughals
Additional titles
Collection title: Audienz des Schahdschahan
Shah Jahan nimmt die Huldigung eines Vasallen im Palast von Agra entgegen
Translation: An audience with Shah Jahan
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Indien,
Land
Dimensions
Höhe: 50 cm
Breite: 36,5 cm

Object Description

Von einer Veranda-Terrasse sind die zweiläufig heraufführenden drei Stufen, die zwei weiteren flachen Erhöhungen nach hinten und auf der zweiten die Stützsäulen eines mit monochromen weißen und tiefroten Stoffbahnen behängten Vordaches sowie ein großes Wasserbecken sichtbar. Auf der hintersten Plattform sitzt vor vergoldeter Nischenrückwand Schahdschahan (1628-1658) mit goldenem Nimbus und in goldfarbenem Gewand auf breitem und tiefem goldenen Polsterthron mit niedriger Brüstung, hohen Füßen und Fußschemel. Auf derselben Plattform stehen links der Thronfolger Alamgir, der spätere Kaiser Aurangzib, und ein hoher Höfling, barfuß, mit grünem Turban und Stab. Von rechts wird ein weiß gekleideter Besucher tief gebückt in Bittstellerhaltung herangeführt. Die Höflinge stehen, teilweise barfuß und mit Waffen und Schilden, auf der zweiten Ebene, einzelne hierarchisch größer, weitere auf der untersten Plattform sowie seitlich von den Treppen. Unter den Personen auf der unteren Plattform rechts halten einzelne Zettel in der Hand und könnten weitere Audienzbesucher sein, die von einem Höfling in grünem Gewand ausgesucht werden.
Interessant ist die Ausstattung mit der Nischenwand, mit den großen weiß getünchten Nischen mit Blumenbouquets und den vielleicht pietra-dura-Einlegeornamenten hinter dem Thron. Bemerkenswert sind die Teppichdarstellungen mit großen Blüten auf tiefrotem, unter dem Thron dunkelblauem Grund. Derjenige auf der zweiten Ebene umfasst das Wasserbecken, vielleicht ähnlich z.B. dem wie ein halbes Oktogon ausgeschnittenen Stück in einer Genueser Privatsammlung.
Die Marginalornamente bestehen aus breiter hellroter Bordüre mit komplexen Pflanzen an einer Wellenranke oben und unten sowie einzelnen Blumen an den Seiten in Goldmalerei. Sie ist von einer schwarzen Nebenbordüre gesäumt mit kleinen goldenen Blüten und je einem grünen Blatt an dünner Goldranke.

Last updated: 04.03.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.