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Bathseba erhält das Schreiben Davids

Ident. Nr.: KdZ 5397

ObjID: obj:1590158

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Peter Paul Rubens (1577 - 1640),
Zeichner*in
frühere Zuschreibung: Anton van Dyck (1599 - 1641),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: 1613/14
Herstellung: 1612-1614
Abweichende Datierung: 1615
Systematics/Type
Provenance
Thomas Lawrence (1769-1830),
157384
Samuel Woodburn (1783-1853),
157383
Auktion Christie's (Samuel Woodburn),
4.-8.6.1860
Robert Prioleau Roupell (1798-1886),
766271
Auktion Christie's (Prioleau Roupell),
12.7.1887
Adolf von Beckerath (1834-1915),
bis 1902
Material / Technique
Feder in Braun, Pinsel in Grau
Dimensions
Blattmaß: 19,2 x 26,9 cm
Wasserzeichenmaß: 35 x 37 mm
Acquisition
1902 mit der Sammlung Adolf von Beckerath, Berlin, erworben

Object Description

Rubens hat fast in jedem Medium gezeichnet, doch lassen sich für bestimmte Aufgaben gewisse Vorlieben feststellen, wie er zum Beispiel in den reiferen Jahren modelli, also die auszuführenden Bildvorlagen, fast ausschließlich in Öl anfertigte. Für das Entwickeln der kompositorischen Idee dagegen, das detaillierten Naturstudien und ausführlichen Kompositionszeichnungen voranging, bevorzugte er die Feder.
Unser Blatt zeigt die aufblickende Bathseba, der eine Dienerin den zum Ehebruch führenden Brief König Davids überreicht. Der technische Vorteil der Feder zeigt sich in der Ergänzung dieser Kerngruppe von zwei Figuren um mehrere nur schemenhaft angegebene Dienerinnen, die Bathseba umgeben. Diese überläßt ihr linkes, in der ersten Idee übergeschlagenes Bein nun der links am Rand sich niederbeugenden Gestalt zum Abtrocknen, während eine zweite Dienerin mit in die Seite gestemmtem Korb oder Gefäß hinter den beiden herumgeht. Eine dritte, zu der zwei Kopfhaltungen angegeben sind, ist mit dem Haar der Hauptfigur beschäftigt. Durch die Transparenz der aus wenigen Federstrichen gebildeten Figuren bleiben sämtliche verschiedenen Versionen sichtbar. In breiten, scheinbar ungelenken Strichen wird das Abtrocknen des Beines links oben ein weiteres Mal mit kniender Dienerin probiert. M. Winner schrieb, daß »die scheinbar spröde Linkischkeit seines Stiftes oder seiner Feder beim ersten Bildgedanken den notwendigen Gegenpol zur scheinbaren Schnelligkeit und leichten Heiterkeit seines ausgeführten Malwerks darstellt.«
Rubens bearbeitet in unserer Federstudie zwei Bathseba-Kompositionen Giulio Romanos im Palazzo del Te in Mantua. Ebenso kompliziert wie sein Einsatz dieser vorformulierten Figuren in die Ideenskizze ist auch seine Verwendung der darin erreichten Resultate für verschiedene eigene Gemälde.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 198, Kat. IV.41 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 08.10.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett

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