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"Meat jar" mit hieratischer Aufschrift

Ident. Nr.: ÄM 29881

ObjID: obj:1716741

Details (expert)

Involved
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Dating
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Additional titles
Collection title: "Meat jar" mit hieratischer Aufschrift
Translation: Meat jar with hieratic inscription
Geographical references
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 60 x 49 cm

Object Description

Aus dem Bereich der kleineren Gesellen- und Handwerkerwohnungen des Häuserkomplexes von P 47.1–3 stammen einige große Vorratsgefäße, deren genaue Fundposition allerdings nur sehr vage beschrieben und dokumentiert wurde, so dass eine genaue Zuweisung an die einzelnen Häuser schwer fällt. Nach den Angaben der Ausgräber waren die großen Gefäße meist in den Boden eingelassen und befanden sich zum Teil in kellerartigen Einbauten oder unter Treppenaufgängen.
Charakteristisch für diese großen bauchigen Gefäße ist ihre Herstellung aus Wüsten- oder Mergelton, welcher sich für besonders hart gebrannte und widerstandsfähige Gefäße eignete. Zur Stabilisierung während des Trocknungsprozesses wurden die Gefäße mit Stricken umwickelt, deren Eindrücke sich deutlich auf der Oberfläche abzeichnen. Obwohl diese großen Behälter in der ägyptologischen Fachliteratur als „meat jars“, d.h. als „Fleischtöpfe“ bezeichnet werden, wurden in ihnen die unterschiedlichsten Lebensmittel aufbewahrt.
Auf dem Gefäß ÄM 29881 findet man sowohl zwei Töpfermarken in Form eines „neb“- und „mes“-Zeichens als auch eine eingeritzte hieratische Inschrift. Der Fund dieses bemerkenswerten Gefäßes wird im Grabungstagebuch vom 8. Februar 1913 wie folgt erwähnt: „In P 47,1 kommt in einem aufgefüllten Keller ein ca. 50 cm hoher breiter Topf, in den Fußboden eingelassen, heraus auf dem außer den vereinzelten eingeritzten Zeichen […] eine ebenfalls eingeritzte hieratische Inschriftzeile steht. Der Anfang (Milch? … 73 …x…) ist mir nicht verständlich, dann folgt, sichtlich flüchtiger eingeritzt: ‚… von d. Hand des Ramosis‘.“ Die Lesung der eingeritzten Inschrift bereitet in der Tat an einigen Stellen Schwierigkeiten, und es ist dem geschulten Blick R. Demarées zu verdanken, hier eine vollständige Lesung anbieten zu können: „ungeritzte, getrocknete Sykomorenfrüchte, 73 „Beutel“, (für) Hujj aus der Hand des Ramose.“ Von besonderer Bedeutung ist dabei nicht nur der Verwendungsnachweis des Topfes für die recht kleinen, als ganze „ungeritzte“ Früchte getrockneten Sykomorenfeigen, sondern auch die Erwähnung von Absender und Empfänger. Hujj ist damit der zweite Name, der neben Thutmosis in den Werkstätten belegt ist, während Ramose, der „Absender“, wohl auf einem Landgut gewohnt haben dürfte.
Nach: Seyfried, F., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 286 (Kat.-Nr. 67).

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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