Logo

Zweistufiger Absatzaltar

Ident. Nr.: VA Ass 02294

ObjID: obj:1742972

Details (expert)

Date(s)
ca. 2400 vor Christus
Periode: Frühdynastische Zeit
Geographical references
Fundort: Assur
Fundort modern: Qal'at Scherqat,
Vorderasien
Material / Technique
Keramik
Dimensions
Höhe: 64,3 cm
Länge: 34,5 cm
Breite: 36,5 cm
Gewicht: berechnet 40 kg

Object Description

Die Absatzaltäre sind bis zu 90 cm hoch und mit Leisten, Ritzdekor und figürlichen Applikationen verziert, wie Vögel, Schlangen und Löwen. Der Dekor ist sowohl von Tempelfassaden als auch von der gleichzeitigen Keramik inspiriert. Etwas jüngere Darstellungen zeigen, dass es sich hierbei wahrscheinlich um Altäre handelt und nicht wie ursprünglich angenommen Architekturmodelle. Aus den Älteren Ischtar-Tempeln in Assur stammen mindestens 30 zweistufige Tonmodelle. Die überwiegende Mehrheit der Altäre stammt aus der Schicht G, welche in den Zeitraum von 2450 bis 2200 v. Chr. datiert. Ein vergleichbarer Absatzaltar fand sich unlängst in Tell Marmūṣ in der heutigen Region Kurdistan (Irak). Der Fundkontext und die Darstellungen legen nahe, dass auf den Altären die Opfer vor den Göttern im Tempel dargebracht wurden. [Helen Gries]

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Vorderasiatisches Museum

Additional items from the collections

Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

Obgleich der Anlass zur Anfertigung solcher Inschriften in der Regel der Bau von Tempeln war, hat der Inhalt weit größere Bedeutung für die Geschichtsforschung. Aufbau und Inhalt dieser zeitgenössischen Texte gehen weit über den Zweck hinaus und dienen der Glorifizierung des Bauherrn durch Auflistung seiner Taten. Das abgebildete Stück, das besterhaltene einer Reihe von Exemplaren, berichtet von den Kriegszügen Tiglatpilesars I. (1114–1076 v. Chr.) von Assyrien. Eingeteilt in sichtbare Paragraphen werden nach der Einleitung mit Gottesanrufungen und Titulatur die Feldzüge in Annalenform chronologisch beschrieben. In bildreicher und drastisch realistischer Erzählweise erscheinen aufeinanderfolgend militärische Operationen von großer Reichweite und kriegerischer Härte. Sie führten u. a. bis nach Anatolien und Armenien, zu den Quellen des Tigris und Habur, wie auch nach Obermesopotamien/Syrien sowie in die Wüste zum Kampf gegen die Aramäer. Erstmals konnten das Mittelmeer erreicht und die dortigen Staaten unterworfen werden. Wegstrecken von mehr als 1000 Kilometern wurden zurückgelegt, wobei man auch Pioniertechnik zur Flussüberwindung einsetzte. Entscheidenden Anteil am siegreichen Vorgehen hatten dabei die beweglichen Kampfwagenverbände. Reiche Beute floss ins Land, es wurden „erobert 42 Länder und ihre Könige, vom Ostufer des Unteren Zab ... bis jenseits des Euphrat, die ‚Hethiter’, und das (Mittel)meer im Westen – von meinem Antrittsjahr bis zu meinem fünften Regierungsjahr“. Exotische Früchte und Bäume führte man mit und kultivierte sie in Assyrien. Elefanten und andere Wildtiere fing man und hielt sie als Schauobjekte bzw. zur Zucht von Opfertieren. Dies alles wurde aufgezeichnet anlässlich der Wiederherstellung des Anu-Adad-Tempels in Assur, datiert am 29. Tag des Kuzallu im Eponymat des Obermundschenks Ina-ilija-allak (d. i. etwa 13. Juni 1109 v. Chr.), und im Fundament niedergelegt. [Joachim Marzahn]