Logo

Kamm mit Ritzverzierung

Ident. Nr.: VA Ass 01097

ObjID: obj:1744321

Details (expert)

Date(s)
Ende 14. Jahrhundert vor Christus
Periode: Mittelassyrisch
Geographical references
Fundort: Assur,
Vorderasien
Fundort modern: Qal'at Scherqat
Material / Technique
Biomineral-Elfenbein
Dimensions
Höhe: 6,3 cm
Breite: 6,9 cm
Dicke: 0,5 cm

Object Description

Dieser einreihige Kamm mit figürlicher Ritzverzierung auf der Griffplatte stammt aus der Mittelassyrischen Gruft Ass 14630. Die obere Hälfte des nahezu quadratischen Kammes nimmt die Grifffläche ein, die mit einer figürlichen Darstellung graviert ist. Auf der Vorderseite ist eine dreifigurige Szene dargestellt. Dieser Zug setzt sich auf der Rückseite fort. Hier finden sich vier weitere weibliche Figuren, die durch einen Palmbaum in der Mitte getrennt sind. Die vorderste ist eine Musikantin und spielt ein Saiteninstrument. Die zweite Person trägt zwei Dattelrispen in den Händen, die dritte nur eine. Diese Rispen entsprechen denen aus dem Baum, und es scheint, als hätten die Frauen soeben diese Rispen aus dem Baum gepflückt. Die letzte Frau hält in ihrer gesenkten Hand einen runden Gegenstand mit vier strahlig angeordneten Elementen, bei dem es sich um eine Kette mit vier Anhängern handeln könnte. Der Baum besteht aus einem kräftigen Stamm, dem an der Wurzel zwei Triebe entsprießen, und einer gefächerten Krone. An den Trieben und am Beginn der Krone hängen Fruchtrispen, die durchaus an Datteln erinnern. Zu der Deutung als Dattelpalme trägt nicht nur die gefächerte Krone, sondern auch der geschuppte Stamm bei. Die Szene ist mit einfachen Linien gerahmt. Die obere Kante des Kammes bildet ein weite Schraffur. Der Bereich der Zahnung ist durch ein schmales Band mit schlichten Rosetten eingefasst.

Last updated: 16.10.2026

Contact

Institution:

Vorderasiatisches Museum

Additional items from the collections

Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

Obgleich der Anlass zur Anfertigung solcher Inschriften in der Regel der Bau von Tempeln war, hat der Inhalt weit größere Bedeutung für die Geschichtsforschung. Aufbau und Inhalt dieser zeitgenössischen Texte gehen weit über den Zweck hinaus und dienen der Glorifizierung des Bauherrn durch Auflistung seiner Taten. Das abgebildete Stück, das besterhaltene einer Reihe von Exemplaren, berichtet von den Kriegszügen Tiglatpilesars I. (1114–1076 v. Chr.) von Assyrien. Eingeteilt in sichtbare Paragraphen werden nach der Einleitung mit Gottesanrufungen und Titulatur die Feldzüge in Annalenform chronologisch beschrieben. In bildreicher und drastisch realistischer Erzählweise erscheinen aufeinanderfolgend militärische Operationen von großer Reichweite und kriegerischer Härte. Sie führten u. a. bis nach Anatolien und Armenien, zu den Quellen des Tigris und Habur, wie auch nach Obermesopotamien/Syrien sowie in die Wüste zum Kampf gegen die Aramäer. Erstmals konnten das Mittelmeer erreicht und die dortigen Staaten unterworfen werden. Wegstrecken von mehr als 1000 Kilometern wurden zurückgelegt, wobei man auch Pioniertechnik zur Flussüberwindung einsetzte. Entscheidenden Anteil am siegreichen Vorgehen hatten dabei die beweglichen Kampfwagenverbände. Reiche Beute floss ins Land, es wurden „erobert 42 Länder und ihre Könige, vom Ostufer des Unteren Zab ... bis jenseits des Euphrat, die ‚Hethiter’, und das (Mittel)meer im Westen – von meinem Antrittsjahr bis zu meinem fünften Regierungsjahr“. Exotische Früchte und Bäume führte man mit und kultivierte sie in Assyrien. Elefanten und andere Wildtiere fing man und hielt sie als Schauobjekte bzw. zur Zucht von Opfertieren. Dies alles wurde aufgezeichnet anlässlich der Wiederherstellung des Anu-Adad-Tempels in Assur, datiert am 29. Tag des Kuzallu im Eponymat des Obermundschenks Ina-ilija-allak (d. i. etwa 13. Juni 1109 v. Chr.), und im Fundament niedergelegt. [Joachim Marzahn]