Logo

Gründungsfigur und beschriftete Alabasterplatte in Ziegelform

Ident. Nr.: VA 03024

ObjID: obj:1744356

Details (expert)

Date(s)
um 2430 vor Christus
Periode: Frühdynastische Zeit
Material / Technique
Metall-Bronze; Alabaster
Dimensions
Höhe: 25 cm
Breite: 5,5 cm
Dicke: 3,7 cm
Gewicht: 77 g

Object Description

Abgebildet sind die Alabasterplatte VA 03095 sowie die Gründungsfigur VA 03024.

Bei der Errichtung bedeutender Bauten wurden seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. Gründungsurkunden niedergelegt, die unterschiedlichste Formen und Größen hatten und meist im Baukörper verborgen waren. Sie nennen der Zweck des Bauwerkes, dessen Name und oft auch den Grund für die Bautätigkeit. Namen, Ortsangaben sowie Erwähnungen von Gottheiten sind von großem Wert, da erst hierdurch die Identifikation des Befundes und eine genauere Datierung möglich werden.

Die Kupferfigur mit Steinplatte ist eine Sonderform. Sie besteht aus der Komposition einer nagelförmigen Gottheit (erkennbar am Hörnerpaar), die auf dem Kopf einen „Ziegel“ trägt. Die Hauptinschrift des Bauherrn befindet sich auf dessen Unterseite. Sie nennt in Sumerisch zwölf Bauwerke, die der Fürst En-ME.TE-na von Lagasch errichten ließ. Die Figur, die den Stein wie ein Nagel im Mauerwerk verankert, trägt eine Kurzfassung derselben Inschrift. Die spirituelle Wirkung des Textes ist somit als eine Bündelung vom Stein über die Figur in das Mauerwerk hinein aufzufassen, die keiner Sichtbarkeit bedarf. Die Schrift bezieht sich deutlich auf die Form der Keilschrift auf Tonurkunden: Die Zeichen sind teilweise mit keilförmigen Ansätzen geritzt. Der archaische Charakter früher mesopotamischer Steininschriften bleibt jedoch bewahrt. [Joachim Marzahn]

Last updated: 13.10.2026

Contact

Institution:

Vorderasiatisches Museum

Additional items from the collections

Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

Obgleich der Anlass zur Anfertigung solcher Inschriften in der Regel der Bau von Tempeln war, hat der Inhalt weit größere Bedeutung für die Geschichtsforschung. Aufbau und Inhalt dieser zeitgenössischen Texte gehen weit über den Zweck hinaus und dienen der Glorifizierung des Bauherrn durch Auflistung seiner Taten. Das abgebildete Stück, das besterhaltene einer Reihe von Exemplaren, berichtet von den Kriegszügen Tiglatpilesars I. (1114–1076 v. Chr.) von Assyrien. Eingeteilt in sichtbare Paragraphen werden nach der Einleitung mit Gottesanrufungen und Titulatur die Feldzüge in Annalenform chronologisch beschrieben. In bildreicher und drastisch realistischer Erzählweise erscheinen aufeinanderfolgend militärische Operationen von großer Reichweite und kriegerischer Härte. Sie führten u. a. bis nach Anatolien und Armenien, zu den Quellen des Tigris und Habur, wie auch nach Obermesopotamien/Syrien sowie in die Wüste zum Kampf gegen die Aramäer. Erstmals konnten das Mittelmeer erreicht und die dortigen Staaten unterworfen werden. Wegstrecken von mehr als 1000 Kilometern wurden zurückgelegt, wobei man auch Pioniertechnik zur Flussüberwindung einsetzte. Entscheidenden Anteil am siegreichen Vorgehen hatten dabei die beweglichen Kampfwagenverbände. Reiche Beute floss ins Land, es wurden „erobert 42 Länder und ihre Könige, vom Ostufer des Unteren Zab ... bis jenseits des Euphrat, die ‚Hethiter’, und das (Mittel)meer im Westen – von meinem Antrittsjahr bis zu meinem fünften Regierungsjahr“. Exotische Früchte und Bäume führte man mit und kultivierte sie in Assyrien. Elefanten und andere Wildtiere fing man und hielt sie als Schauobjekte bzw. zur Zucht von Opfertieren. Dies alles wurde aufgezeichnet anlässlich der Wiederherstellung des Anu-Adad-Tempels in Assur, datiert am 29. Tag des Kuzallu im Eponymat des Obermundschenks Ina-ilija-allak (d. i. etwa 13. Juni 1109 v. Chr.), und im Fundament niedergelegt. [Joachim Marzahn]