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Kästchen mit Minneszenen

Ident. Nr.: 1882,608

ObjID: obj:1819215

Details (expert)

Date(s)
1. Viertel 14. Jahrhundert
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Paris
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 5,1 x 12,4 x 6,7 cm

Object Description

Die Kastenseiten sind durch die Beschläge und das darauf dezidiert Rücksicht nehmende Schnitzwerk in insgesamt zwölf Bildfelder geteilt. Die vier Felder am Deckel sind durch ihre architektonische Rahmung mit spitzbogigen Dreipassarkaden besonders hervorgehoben. Hier sind drei einander zärtlich zugewandte Liebespaare dargestellt. Außen erscheinen sie jeweils gemeinsam unter einer Arkade stehend, links ist die Begegnung der Liebenden, rechts eine zärtliche Unterhaltung dargestellt. Die zentrale Szene ist über die beiden mittleren Bildfelder verteilt und zeigt einen knienden Jüngling, den die vor ihm sitzende Angebetete bekränzt. An der Front- und der Rückseite des Kästchens sind die zentralen Bildfelder nicht nur durch den Handlungsbezug der Dargestellten sondern auch formal zusammengefasst. Neben dem Schloss erscheint rechts eine Dame mit einem Gefäß, links ein Jüngling mit einem Vogel in den Händen. Direkt unterhalb des Schlosskastens sitzt in geduckter Haltung ein Löwe, vielleicht als Anspielung auf die Romanfigur des Löwenritters Iwein. Im Bildfeld am linken Rand macht ein kniender Jüngling einer Dame eine Liebeserklärung, am rechten Rand erscheint ein Mann mit einem wohl als Symbol der Treue zu deutenden Hund. Die Rückseite des Kästchens ist in ähnlicher Weise gegliedert: ein breites Mittelfeld wird von zwei schmaleren Feldern flankiert. Im Zentrum ist ein tanzendes Paar neben einem Handorgelspieler dargestellt, von links nähert sich eine Dame mit Kranz, von rechts ein Jüngling mit Blumen (?). Das Relief an der rechten Schmalseite des Kästchens zeigt einen knienden Jüngling vor einer sitzenden Dame, das an der linken Schmalseite ein stehendes Paar im galanten Gespräch, hier greift der Jüngling der Geliebten zärtlich ans Kinn. Teilweise sind die Darstellungen redundant, auch schließen sie sich nur partiell zu chronologisch oder interaktiv aufeinander bezogenen Szenenfolgen zusammen.
Am Schlosskasten befindet sich die nachträglich eingravierte Inschrift AD (Anno Domini), am Überwurf des Schlosses die zugehörige Jahreszahl 1666, die sich wohl auf eine Reparatur oder eine Neunutzung des Kästchens bezieht.
Alle fünf Reliefplatten sind vollständig erhalten, die linke Seitenplatte ist zersprungen und durch ein innen hinterlegtes Silberblech fixiert. Am rechten Rand der Deckelplatte befindet sich ein Bruch im Material, der in Folge mechanischer Belastung bei der Montage des hier sitzenden Beschlages entstand. Die dünne Bodenplatte ist stark verzogen. LL

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit dem großen brandenburgisch-preußischen Wappen

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Pokal aus farblosem Glas, Abriss am Boden, leicht ansteigender Fuß mit versenktem und mattiertem Spitzblattfries, angesetzt ein wabenfacettierter Balusterschaft zwischen zwei ebenfalls wabenfacettierten Nodi, der Baluster ist mit drei übereinanderliegenden Kränzen aus eingestochenen Luftblasen verziert. Die becherförmige Kuppa wiederholt am Ansatz den Spitzblattdekor vom Fuß und trägt auf der Wandung das fein geschnittene große brandenburgisch-preußische Wappen, beidseitig gehalten von Wilden Männern und unter einem mit Adlern und der Bügelkrone bekrönten Baldachin, hinter dem rechts die Sonne strahlt, unten: Gott mit uns. Die Gegenseite zeigt den preußischen Adler im Flug gegen die Sonne, darunter: Nec soli cedit (Nicht [einmal] der Sonne weicht er), die Devise des sogenannten Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. (reg. 1713–1740). Den verwärmten Mündungsrand ziert ein geblänkter Perlfries unter einer Linie. Bei dem Glas handelt es sich um ein Erzeugnis der Potsdamer Glasmanufaktur, in die Regierungszeit Friedrichs I. datierend, auf den es mit Wappen und Devise gleich zweifach Bezug nimmt. Vermutlich gehörte ein Deckel dazu (der zugeordnete Deckel mit der Inv.-Nr. O-1982,92 b ist zu groß). Ähnliche Deckelpokale mit dem gleichen Sujet sind überliefert (Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 180, 181, 191, 192, 194; Rückert, Die Glassammlung des Bayerischen Nationalmuseums, Bd. 2, 1982, Kat. 812, S. 275, Taf. 251; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Inv. Nrn. XIII 7 und Dln E.St. 01/26; Stiftung Stadtmuseum Berlin Inv. Nr. KH 99/1270 A; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 19.2 und 20.1). Pokale von dieser Größe und mit königlichen Symbolen waren sicherlich für den Hof bestimmt. [Verena Wasmuth]MAKR

Vergoldeter Pokal mit Bildnis Königin Sophie Dorothea von Preußen

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR