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Tragaltar mit getriebenen Silberfiguren aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 2

ObjID: obj:1819359

Details (expert)

Date(s)
3. Drittel 11. Jahrhundert
Dimensions
Objektmaß: 7,3 x 12,2 x 19,5 cm

Object Description

Der durch Deformierungen, Fehlstellen und grobe Reparaturen stark beeinträchtigte Tragaltar zählt zum Typus der kastenförmigen Portatile, von dem 22 überkommene Exemplare bekannt sind. Seine Langseiten zeigen in Silberblech getriebene Reliefdarstellungen stehender Apostel. An einer Seite sind nur zwei der ursprünglich jeweils fünf Figuren erhalten. Die Apostelfürsten Petrus und Paulus erscheinen an einer der Schmalwände zu Seiten Christi, der als Weltenrichter auf dem Erdkreis thront. Damit ist die längs gerichtete Orientierung des Tragaltars bestimmt. An der gegenüberliegenden Seite ist allein eine weiblichen Figur mit einem Deckelgefäß in der Linken erhalten, sie war Teil einer Darstellung der Frauen am Grabe.
Die ebenfalls fragmentarische niellierte Inschrift auf der silbernen Einfassung des Altarsteins beginnt, der ikonographisch vorgegebenen Orientierung des Tragaltars entsprechend, in der Mitte über der Schmalseite mit den Frauen am Grabe: + DEXTRA / [SACERDO]TIS COMM[ENDAT] [MV]/NERA VOTIS + Q(VO)D DA[TVR / H]OC LAPIDE DE PANE FI[T HOSTIA] / VITAE (Die Rechte des Priesters übergibt die Gaben durch Gebete. Was auf diesem Stein dargebracht wird, wird aus Brot zur Hostie des Lebens).
Die Bodenplatte zeigt das Lamm Gottes, umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten. Die ursprünglichen bronzenen Füße des Tragaltars sind im Zuge eines nachweisbaren Umbaus seines Öffnungsmechanismus offenbar bereits im Mittelalter demontiert worden. LL

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Vergoldeter Pokal mit Bildnis Königin Sophie Dorothea von Preußen

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR