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Jagdfalken in Zwölfecken

Ident. Nr.: 1875,258

ObjID: obj:1859737

Details (expert)

Date(s)
1. Hälfte 14. Jahrhundert
Additional titles
Collection title: Jagdfalken in Zwölfecken
Papageien in Zwölfecken
Dimensions
Objektmaß: 70 x 21,5 cm
Höhe: 70 cm
Breite: 21,5 cm

Object Description

Noch heute hat dieses Seidenfragment nichts von seiner atemberaubenden Wirkung verloren. Feine, vergoldete Lederstreifen, sogenanntes Riemchengold, wurden zu einem prunkvollen Muster vor dunklem Hintergrund verwebt. Diese goldene Pracht symbolisierte in nomadischer Tradition imperiale Größe und Autorität. Dargestellt sind Jagdfalken, die in Zwölfecken mit den Rücken zueinander angeordnet sind, die Köpfe wenden sie einander zu. Rundschilder mit einer Naskhi-Inschrift markieren ihren Flügelansatz und enthalten die Widmung „Ruhm unserem Herrn, dem Sultan, dem Gerechten, dem weisesten Nāşir […]“, sowie im Inneren „Muhammad [?]“. Diese Widmung könnte sich auf Nāşir al_din Muhammad ibn Qalāwūn beziehen, den Sultan von Ägypten und Syrien (reg. 1293–1341). Dies deckt sich mit einem Bericht des muslimischen Chronisten Abu al-Fida (1273–1331), dem zufolge der Ilkhan Abu Sa’id diesem Sultan 700 Seidengewebe als diplomatisches Geschenk zusandte.
Im Zuge ihrer Eroberung des zentralasiatischen Raumes im 13. und 14. Jahrhundert hatten die mongolischen Herrscher dort große Webereizentren etabliert, in denen sie Weber und Musterzeichner aus China und aus Persien ansiedelten. Aus der gegenseitigen Inspiration und dem Wissenstransfer entstanden Werke, die typische Ornamente und Techniken beider Kulturkreise spiegeln. So zeigt unser Seidenlampas in Zwölfecken sitzende Falkenpaare aus dem islamischen Formenschatz, während die sie umgebenden kleinteiligen Ranken und die sich in den Zwickeln zwischen den Zwölfecken windenden Drachenpaare chinesischen Ursprungs sind. Das Fragment stammt von einem Chormantel aus dem Paramentenschatz der Danziger Marienkirche. Ein zweites Stück befand sich noch bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Danzig und gelangte dann nach Lübeck, wo es heute im St. Annen-Museum aufbewahrt wird. CW

Last updated: 14.09.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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