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Antropomorpher Sarkophag des Wennofer (Wen-nefer)

Ident. Nr.: ÄM 46

ObjID: obj:1892476

Details (expert)

Creator/Entity
Carl Richard Lepsius (23.12.1810 - 10.7.1884),
Expeditionsleiter*in
Date(s)
Ptolemäerzeit (Griechisch–Römische Zeit -> Ägypten)
Datierung engl.: Ptolemaic Period
Additional titles
Collection title: Antropomorpher Sarkophag des Wennofer (Wen-nefer)
Translation: Antropomorphic sarcophagus of Wennofer
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: ca. 68 x 66,5 x 210 cm (gesamt, liegend gemessen)
Höhe x Breite x Tiefe: 63 x 69 x 210 cm (lt. Inv.)

Object Description

Die im Neuen Reich entstandene anthropomorphe Sargform wurde auch für Särge aus Stein benutzt. Diese waren natürlich besonders kostspielig. Der Inhaber dieses Sarges, Wennofer, Sohn der Tanetimen, rechtfertigt nach Ausweis seiner Priesterämter und Hoftitel eine aufwendige Bestattung. Er war „Gottesvater, Bekannter des Königs, Priester des Ptah und Hoherpriester in Letopolis“, einem Ort im westlichen Delta. Diese Stadt spielte eine zentrale Rolle in der Religionspolitik der Ptolemäer. Die Stadtgöttin Uto wurde als Erscheinungsform der griechischen Göttin Leto interpretiert, und der ägyptische Name Chem in Letopolis umbenannt. Ägypter und Griechen sollten zu dieser Göttin gemeinsam beten können. Ein solcher Vorgang mußte theologisch untermauert werden, eine Aufgabe, die einem Hohenpriester sicher zukam. Der Sarg ist innen und außen sorgfältig mit einem Text und eingeritzten Darstellungen versehen. In der Sargwanne erkennt man Imentet, die Göttin der Nekropole (des sog. Westens). Auf ihrem Leib wird der Tote ruhen, um als Stern von der Himmelsgöttin Nut, ihr Bild ist auf der Innenseite des Deckels angebracht, wiedergeboren zu werden. Die Göttinnen sind unbekleidet und vorderansichtig dargestellt. Auf dem Deckel ist unter dem Himmelszeichen eine Speisetischszene zu sehen: Der Verstorbene (rechts) betet vor einem reichen Speisetisch, den er den Göttern Osiris und Atum darbringt. Der Text enthält eine Variante des Totenbuchkapitels 72, in dem der Tote von den Göttern, weil er sie durch Magie und Zauber der Totentexte zu zwingen vermag, Opfer und Bewegungsfreiheit im Diesseits wie im Jenseits verlangt: „… Gebt mir ein Totenopfer: Brot, Bier, Rinder, Kleider … alle guten und reinen Dinge von denen ein Gott lebt!“.“

Aus: Kischkewitz, Hannelore, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 203 (Kat. 122).



Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Standfigur einer Priesterin

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Reliefblöcke aus dem Grab des Ptahemhat-Tj: Darstellung des Begräbniszuges mit Trauergefolge

Reliefblöcke aus dem Grab des Ptahemhat-Tj: Darstellung des Begräbniszuges mit Trauergefolge

Eine der eindrucksvollsten und berühmtesten Darstellungen eines Begräbniszuges aus dem alten Ägypten findet sich auf dem sogenannten Trauerrelief, entstanden in der Regierungszeit des Königs Tutanchamun.Im unteren Bildstreifen ist rechts noch eine Ecke des Sargschreins zu erkennen; von einem Baldachin überdacht, steht er auf einem Transportschlitten. Der Sargschlitten wurde von zwei Rindergespannen und Dienern gezogen, die man sich in der Fortsetzung rechts ebenso vorzustellen hat wie die antreibenden Hirten und den Priester, der den Verstorbenen, Weihrauch und Wasser spendend, begleitete. An der Spitze des Zuges liefen Träger mit Kästen für Ritualgeräte und Opfertischen sowie eine Gruppe laut klagender Frauen. Dem Sarg folgen zunächst die beiden Söhne, die ihren toten Vater mit schmerzerfüllten Gesichtern und leidenschaftlichen Gebärden beklagen. Dann kommt das Ehrengeleit, angeführt von einem General, wahrscheinlich Haremhab. Hinter ihm schreiten der ober- und unterägyptische Wesir sowie elf weitere hohe Staatsbeamte und Würdenträger. Den Schluss des Zuges bildet das in langer Reihe aufmarschierende Tempelpersonal, die Untergebenen des Verstorbenen.Im oberen Bildstreifen sind mit Palmzweigen und Blumensträußen geschmückte Lauben abgebildet, die entlang des Prozessionsweges aufgebaut waren. Die in ihnen aufgestellten Opfergaben sollten symbolisch den Toten und die Trauergäste verpflegen. Aufgabe der Diener war zu klagen, beim Vorbeizug des Sarges die Krüge zu zerschlagen und anschließend die Opferlauben zu zerlegen. Am rechten Bildrand sind zwei trauernde Frauen zu sehen, die wohl zu einer Klagefrauengruppe gehören.Das Relief stammt aus einem Grab in Sakkara, der Nekropole von Memphis, die zu dieser Zeit wieder Verwaltungsitz war. Als Inhaber des bislang nicht wiederentdeckten Grabes wurde der Hohepriester des Ptah, Ptahemhat-Tj, ermittelt.(Caris-Beatrice Arnst / gekürzt; aus: K.-H. Priese (Hg.): Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin. Mainz 1991, S. 136-138)

Einseitig bemaltes Ostrakon mit Darstellung einer Katze vor einem Opfertisch mit Gans (Tefnut-Legende)

Einseitig bemaltes Ostrakon mit Darstellung einer Katze vor einem Opfertisch mit Gans (Tefnut-Legende)

Die Kalksteinscherbe (Ostrakon) wurde 1905 durch Ludwig Borchardt (1863-1938) von Mohamed Abd er Rasul in Sheikh Abd el-Qurna (Theben-West) angekauft. Die schwarzen Linienzeichnungen sind teilweise mit roter Farbe und gelbem Ocker ausgemalt. Die Darstellung zeigt eine auf einer Matte sitzende Katze vor einem Opfertisch. Auf diesem befinden sich sechs runde Fladenbrote, die ein Libationsgefäß (Hs-Vase) rahmen. Rechts und links befinden sich ein Fleischstück sowie eine sitzende Gans, welche der Katze zugewandt ist und hier nicht als Opfergabe dient. Den Hintergrund bildet sogenanntes "Schnittgrün", wobei es sich vermutlich um Palmenblätter handelt. Vom Ausguss des Libationsgefäßes gehen zwei Wasserlinien in typischer Zickzack-Form ab und reichen über die Gans und die Katze hinweg. Durch die symbolische Darstellung wird der Akt der Reinigung illustriert. Die äußere Begrenzung des Geschehens bilden ein weiteres Libationsgefäß (nms-Krug) neben dem Opfertisch sowie ein Sykomorenbaum hinter der Katze. Letzterer ist anhand der Blatt- und Stammform des Gewächses sowie den roten Feigenfrüchten zu erkennen. Vermutlich handelt es sich bei der Darstellung um einen Auszug aus dem Mythos vom Sonnenauge, welcher erst in späten demotischen Fassungen schriftlich belegt ist. Die Göttin Tefnut ist hier als nubische Katze vor ihrem Vater Re, in Gestalt einer Gans, abgebildet. Während das Fleischstück hinter ihm in Form des Zeichens für "Erbe" (jwa) zusammen mit der kultischen Reinigung auf die göttliche Verwandtschaft hindeuten, wird mit der Sykomore zumeist die Göttin Hathor assoziiert, welche in einigen Varianten des Mythentexten mit Tefnut gleichgesetzt werden kann. Die mangelnde Oberflächenglättung und grobe Form des Objektes deuten darauf hin, dass es sich hierbei um ein Übungsstück handelt. A. Weber