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Graues Nachmittagskleid mit Lampionblüten

Ident. Nr.: 2013,99

ObjID: obj:1892478

Details (expert)

Creator/Entity
Entwurf: Paul Poiret (1879 - 1944),
Entwerfer*in
Ausführung: Paul Poiret (Unternehmen) (gegr. 1903),
Hersteller*in
Date(s)
1913
Geographical references
Dimensions
Länge: vorn 140 cm
Länge: hinten 144 cm
Umfang: Taille 68 cm
Umfang: Saum 130 cm

Object Description

Ein Gürtel aus blutrotem Seidensatin, im Rücken zu einer vertikalen Schleife gebunden, ist auffälliger Schmuck dieses Kleides. Kontrastreich wurde er zu mattem Seidenkrepp kombiniert, dessen warmgrauer Fond mit kleinen lampionartigen Blüten in Maisgelb, Lila und zum Gürtel passendem Rot bedruckt ist. Mit dieser ungewöhnlichen Zusammenstellung ist das Kleid ein Beispiel für Paul Poirets (1879–1944) Wertschätzung der expressiven Farben des Malers Raoul Dufy (1877–1953). Zusammen mit ihm entwarf Poiret von 1910 bis 1911 Stoffmuster in einem eigens errichteten Studio. Paul Poiret war von 1903 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs einer der einflussreichsten Couturiers. Dem herrschenden s-förmigen Ideal der enggeschnürten Taille setzte er eine gerade Linie entgegen, die ihr Vorbild in der Mode von Directoire und Empire hatte. Das den Körper stark einschnürende Sans-Ventre-Korsett löste er durch einen langen, geraden Hüftgürtel ab.
Beeinflusst von den 1909 in Paris gastierenden „Ballets Russes“ unter Sergej Diaghilew integrierte Poiret zunehmend fernöstliche Elemente in seine Entwürfe und stellte sie zu einzigartigen Kompositionen von orientalischer Pracht zusammen. Der Kimono war Inspiration für unser Kleid. So hat Poiret beide Vorderteile, den Rücken und die oberen Ärmel in einem zugeschnitten, um einen weichen Fall und eine sanft gerundete Schulterlinie zu erzielen. Noch heute bezeichnet man diese Ärmelform als Kimonoärmel. Der aus einer quer genommenen Gewebebahn bestehende Rock mit asymmetrischem Überrock verjüngt sich nach unten und zitiert den von Poiret 1910 lancierten Humpelrock. Der prachtvolle Gürtel ist eine geniale Interpretation des Obi, des breiten Gürtels, der zum Kimono getragen wird. CW

Last updated: 08.09.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus farblosem Glas, Abriss am Boden, leicht ansteigender Fuß mit versenktem und mattiertem Spitzblattfries, angesetzt ein wabenfacettierter Balusterschaft zwischen zwei ebenfalls wabenfacettierten Nodi, der Baluster ist mit drei übereinanderliegenden Kränzen aus eingestochenen Luftblasen verziert. Die becherförmige Kuppa wiederholt am Ansatz den Spitzblattdekor vom Fuß und trägt auf der Wandung das fein geschnittene große brandenburgisch-preußische Wappen, beidseitig gehalten von Wilden Männern und unter einem mit Adlern und der Bügelkrone bekrönten Baldachin, hinter dem rechts die Sonne strahlt, unten: Gott mit uns. Die Gegenseite zeigt den preußischen Adler im Flug gegen die Sonne, darunter: Nec soli cedit (Nicht [einmal] der Sonne weicht er), die Devise des sogenannten Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. (reg. 1713–1740). Den verwärmten Mündungsrand ziert ein geblänkter Perlfries unter einer Linie. Bei dem Glas handelt es sich um ein Erzeugnis der Potsdamer Glasmanufaktur, in die Regierungszeit Friedrichs I. datierend, auf den es mit Wappen und Devise gleich zweifach Bezug nimmt. Vermutlich gehörte ein Deckel dazu (der zugeordnete Deckel mit der Inv.-Nr. O-1982,92 b ist zu groß). Ähnliche Deckelpokale mit dem gleichen Sujet sind überliefert (Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 180, 181, 191, 192, 194; Rückert, Die Glassammlung des Bayerischen Nationalmuseums, Bd. 2, 1982, Kat. 812, S. 275, Taf. 251; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Inv. Nrn. XIII 7 und Dln E.St. 01/26; Stiftung Stadtmuseum Berlin Inv. Nr. KH 99/1270 A; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 19.2 und 20.1). Pokale von dieser Größe und mit königlichen Symbolen waren sicherlich für den Hof bestimmt. [Verena Wasmuth]MAKR

Vergoldeter Pokal mit Bildnis Königin Sophie Dorothea von Preußen

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR