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Relieffragment aus dem Totentempel des Sahure: Götter mit Gefangenen

Ident. Nr.: ÄM 21782

ObjID: obj:1899937

Details (expert)

Creator/Entity
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
Date(s)
Sahure'
Additional titles
Collection title: Relieffragment aus dem Totentempel des Sahure: Götter mit Gefangenen
Translation: Fragment of a relief of the mortuary temple of Sahure: gods with prisoners
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 1,98 x 1,07 x 0,25 m

Object Description

Als dem Erhalter der göttlichen Weltordnung (Maat) kam Pharao unter anderem die Aufgabe der Abwehr feindlicher Mächte zu. Obwohl in entsprechenden Reliefszenen seit der Frühzeit auch tatsächlich kriegerische Auseinandersetzungen abgebildet wurden, sind diese Bilder in erster Linie eine Darstellung der dogmatischen Rolle des Königs. So auch in den zahlreichen Reliefs der Pyramidentempel, die den König als Sphinx abbilden, wie er Vertreter der so genannten Fremdvölker zertrampelt oder mit der Keule weit ausholend erschlägt. Unterstützer des Herrschers sind die Götter. Sie führen ihm die Feinde gefesselt vor.
Auf dem Relief im Tempel des Pharao Sahure aus dem Alten Reich sind es der Gott Seth, "der von Ombos" mit dem Kopf eines bis jetzt nicht identifizierten Tieres, und der ihm folgende Gott Sopdu, der "Herr der Wüstengebiete" mit dem Bart der Asiaten und hohen Federn am Kopf.
Die Gefangenen sind durch Physiognomie, Kleidung und Schmuck als Vertreter der drei damals unterschiedenen Fremdvölker im Westen, Süden und Osten Ägyptens zu erkennen. Der Libyer trägt einen kurzen Kinnbart und langes Haar mit einer Locke auf der Stirn. An einer Halskette hängt ein langes Perlenband, um den Oberkörper ist ein breites gemustertes Band kreuzweise geschlungen. Statt eines Schurzes trägt der Mann eine Phallustasche an seinem Gürtel, von dem ein Stierschwanz herabhängt. Ethnisch und sprachlich standen die Libyer den Ägyptern sehr nahe, wofür unter anderem auch die unübersehbare Beziehung von Stirnlocke und Stierschwanz des Pharao spricht. Auch mit den Bewohnern des Niltales oberhalb Ägyptens verbanden die Ägypter alte kulturelle Gemeinsamkeiten. Die Nubier sehen den Ägyptern ähnlich, unterscheidbar nur durch das Stirnband, die Perlensträhnen am Haar und die Form des Gürtels. Gemäß der altägyptischen Fremdländerikonographie am deutlichsten unterschieden sind die Asiaten, die Bewohner des Sinai und des syrisch-palästinensichen Raumes durch "Hakennase" und Vollbart.
(Karl-Heinz Priese, überarbeitet von Erik L. Reissmann)

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

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