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Truhenbank

Ident. Nr.: O-1972,104

ObjID: obj:1958345

Details (expert)

Date(s)
Ende 15. Jahrhundert
Dimensions
Breite: 381 cm

Object Description

Die in Florenz als ›Cassapanca‹ bekannten Möbel gehören mit ihrem architektonisch verstandenen Aufbau aus sockelartigem Podest, Truhenbank und Rückwand zum fest mit der Wand verbundenen Teil der Raumausstattung. Wie zeitgenössische Innenraumdarstellungen bezeugen, waren nicht selten Bänke von stattlicher Größe in die hölzerne Vertäfelung der Wände integriert, wobei die geräumigen Bankkästen unter den klappbaren Sitzen häufig auch dem Verstauen unterschiedlicher Gegenstände dienten.
Der beiderseits geschwungene Abschluss lässt die Bank in ihrer Tiefe aus der Vertäfelung hervortreten und definiert sie zugleich als eigenständiges Möbelstück, dessen repräsentative Ausstrahlung durch seinen Dekor aus farbigen, geometrisch angelegten Intarsienbändern unterstrichen wird.
ASt

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa