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Erasmus von Rotterdam

Ident. Nr.: 5365

ObjID: obj:2039298

Details (expert)

Geographical references
Material / Technique
Silber
Dimensions
Durchmesser: 3,4 cm
Tiefe: 0,3 cm
Gewicht: 17,9 g

Object Description

This silver medal took as its model the 10.7 cm diameter medallion of the painter Quentin Massys (c. 1466-1530) produced in 1519 (among others, Kunsthistorisches Museum, Viena). This profile portrait, facing left, shows the well-known scholar with a skullcap firmly fitted on his brow. He is wearing a cloak with a high fur collar. A knowing smile is on his thin, tightly-closed lips. The nose protrudes from the contour, the hairless cheeks and chin seem sunken, with the bones outlined. The gaze directed forward and the slightly raised chin give him an air of confident superiority. The back shows a male bust on a base, with wind-blown hair. It is the Roman god Terminus, as may be deduced from the two-line inscription on the base: The maxim reads: “CON/ CEDO/NV/LLI” – “I yield to no-one”. The inscription in Latin: “MORS VLTIMA LINEA RERUM” translates as: “Death is the terminus of all things”, so for Erasmus the god Terminus signified death as the inevitable end of life. A philologist, theologian and philosopher, Erasmus of Rotterdam is indisputably the most notable humanist north of the Alps. He was born in Rotterdam as the illegitimate son of the priest Rotger Gerhard and a doctor’s daughter. Having been ordained as a priest, he studied theology in Paris between 1495 and 1499. This was followed by numerous trips to England, where he forged a friendship with the statesman and humanist Thomas More (1478-1535), as well as with the young Prince Henry, who would later be known as Henry VIII during his reign from 1509 to 1547. Erasmus thus became familiar with life at the Court and transformed himself from a canon to a sophisticated man of the world. From 1500 on, he settled in the Netherlands, then in Paris and Italy and once more in England, where he studied at Cambridge University. From 1514 to 1529 and between 1535 and 1536 he mainly lived in Basel. As a scholar, he applied the critical study of sources not only to the writings of ancient authors, but also to the biblical texts and those of the fathers of the Church. In his best-known book The Praise of Folly, published in 1509 and of which thousands of copies were printed, he ironically criticised social disapproval and religious intolerance. With the translation into Latin of the original Greek of the New Testament, and his scientific and literary works, Erasmus became a forerunner of the Reformation. Nevertheless, as a cultivated and conservative man, he distanced himself both from Luther’s struggle against the papacy and the religious radicalism propagated by Zwingli and the Anabaptists. Probably on the request of his friend Thomas More, Erasmus would have commissioned the Antwerp Quentin Massys with the medal which served as the model for this, and he would have sent it to relatives, influential nobles, bishops and vicars. The reduced version shown here would have been used for the same purpose.

Last updated: 06.02.2026

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Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Junge Frau

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Die grazile Frauengestalt, in Mieder und einem bodenlangen, die Füße vollständig bedeckenden Kleid gehüllt, ist in einer ausgewogenen Torsion dargestellt. Dem leicht einwärts gekehrten Spielbein, das sich unter dem vom Wind erfassten Stoff deutlich abzeichnet, antwortet der nach links gewendete Oberkörper, während der Kopf sich wiederum über die rechte vorgeschobene Schulter neigt. Die schwungvolle Körperbewegung wird durch die gleichmäßigen, von allen Seiten fein ausgearbeiteten Gewandfalten effektvoll nachgezeichnet. Von gleicher handwerklicher Raffinesse ist die Ausarbeitung der anmutigen Physiognomie und des am Hinterkopf zum Knoten geschlungene Haares. Über die Identität der kleinen Figur lässt sich nur spekulieren. Die frei angesetzten Unterarme mit den zur Seite ausgerichteten und zum Gebet zusammengefalteten Händen, sind wohl eine spätere Ergänzung. In den frühesten Inventareintragungen (1655 und 1757), als sich die Statuette noch in der Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer befand, wurde sie mal mit Turm, mal mit Kelch beschrieben, womit sie eindeutig als hl. Babara zu identifizieren wäre.Bislang konnte kein Künstler dem Werk eindeutig zugeordnet werden. Allerdings finden sich von dem in Regensburg tätigen Maler Albrecht Altdorfer (1480-1538) einige Zeichnungen, in denen nicht nur der gleiche Frauentypus vorkommt, sondern auch ein ganz ähnlicher Körperaufbau mit geradezu identischen Faltenzügen. Es ist daher plausibel, den Autor dieser anmutigen Mädchenfigur in Regensburg, im Umkreis Albrecht Altdorfers zu suchen.

Heiliger Nikolaus

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Der schlanke Körper des heiligen Bischofs ist stark durchgebogen, der linke Fuß vorgestellt und das Knie deutlich nach innen geknickt. Dieses bereits Mitte des 14. Jahrhunderts beliebte Standmotiv wird kombiniert mit einer ausladenden rechten Hüfte, über der in der eng anliegenden rechten Hand drei goldene Kugeln, eines der Hauptattribute des Nikolaus von Bari, liegen. In der linken Hand befand sich ehemals ein Bischofsstab, der vielleicht bereits bei der Erwerbung nicht mehr als Original, sondern (mittlerweile ebenfalls verlorene) spätere Ergänzung vorhanden war. Die Hand umfasst den Stab mit einem im Mittelalter zu dessen Schutz gebräuchlichen Schweißtuch (Sudarium). Hinter dem Stab ist der um den linken Unterarm bzw. das Handgelenk gelegte Manipel, ein Rangabzeichen der höheren Kleriker, zu erkennen. Dazu muss man die Figur allerdings aus der Schrägansicht betrachten. Auch die beiden Enden der Stola, die Nikolaus seinem bischöflichen Rang gemäß zwischen Albe und Kasel über beide Schultern gelegt hat, sind nur aus den beiden Halbprofilansichten erkennbar. Der Oberkörper wirkt sehr gelängt – ein Eindruck, der durch Reduktion der Falten an der Kasel auf drei flache, parallel verlaufende Schüsseln verstärkt wird. Im unteren Bereich des Gewandes setzen sich diese stets nach links ausgerichteten Schüsselfalten in etwas voluminöserer Form, doch in ähnlich weiten Abständen fort.Ein auffälliges Motiv ist die schräge Kopfhaltung. Heute scheint es, als würde Nikolaus nach oben schauen, doch war sein Blick ursprünglich geradeaus gerichtet. Die Neigung des Haupts dürfte somit lediglich kompositorisch (und nicht durch eine entsprechende Blickrichtung auch noch szenisch) auf eine zur Rechten des Bischofs befindliche Figur verwiesen haben, der er zugleich die Kugeln präsentierte. Die Geste erhält durch die kostbare Mitra einen zusätzlichen Akzent. Das Haupt ist sehr schlank und mit Abstand am sorgfältigsten ausgearbeitet. Der Bart ist am Kinn gekräuselt, die Wangen mit hoch sitzenden Knochen erscheinen fast glatt, die Unterlippe ist sinnlich geschwungen, die Oberlippe hingegen fast vom hier glatt verlaufenden Bart verdeckt, sodass der Mund verschattet wirkt. Tiefe Augenhöhlen und ein sehr dünner, scharf nach vorn tretender Nasenrücken verleihen dem Antlitz eine asketische Wirkung. Der untere Rand der ansonsten regulär gestalteten Mitra pretiosa besitzt eine ungewöhnliche, wohl als künstlerisches Missverständnis zu deutende Gestalt: Der breite Saum über der Stirn mit zentraler Metallapplikation geht an beiden Seiten in Höhe der Schläfen unvermittelt in den dichten, voluminösen Haarkranz über, der auch die Ohren größtenteils verdeckt. Logischerweise kann es sich dabei nur um sich nach oben kräuselnde Locken handeln, wogegen jedoch der gerade obere Haarabschluss spricht. Der Bildschnitzer der Berliner Nikolausfigur, für deren Provenienz jeder Hinweis fehlt, orientierte sich zweifellos an Prager Werken der Parlerzeit.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen und im Alpenraum 1380 bis 1440. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2019)