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Frühklassizistische Kommode mit Medaillons und vergoldeten Bronzen

Ident. Nr.: 1926,14

ObjID: obj:2289145

Details (expert)

Creator/Entity
Herstellung: Johann Gottlob Fiedler (1735),
Kunsttischler*in
Date(s)
1780/85
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Berlin
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 89,5 x 100 x 53,5 cm

Object Description

Die Möbel von Johann Gottlob Fiedler zeigen den in Berlin tätigen Meister als einen der bedeutendsten Vertreter des Frühklassizismus. Sein Werk zeugt von der bereits Ende der 1760er Jahre erfolgten eigenständigen Umsetzung des klassizistischen Stils und zeigt zugleich Berührungspunkte mit den berühmten Arbeiten der Neuwieder Manufaktur.
Die Kommode des Kunstgewerbemuseums gehört mit einem nahezu identischen Gegenstück im Schloss Charlottenburg zu einer Gruppe von neun Kommoden, die sich vor allem in ihrem Format und in der unterschiedlich reichen Ausstattung mit vergoldeten Bronzen unterscheiden. Ein ungewöhnlich großes Exemplar mit einer mit kostbaren Marmorsorten belegten Steinplatte – die nach ihrer jüngeren Provenienz benannte Clanwilliam-Kommode – erlangte mit seinem 1991 erfolgten kostspieligen Ankauf Bekanntheit. Den Schlüssel jedoch für die gesamte Gruppe bildet ein „Fiedler fec. 1785“ signiertes und datiertes Stück in Privatbesitz.
Den Kommoden ist eine kräftige Gliederung eigen: so wird der Korpus von Eckpfosten getragen, die als pilasterartige Schäfte ausgebildet sind und eine mille-raies Schraffur tragen. Die Front besitzt unter einem schmalen Fries mit gleicher Schraffur, durch dicke Stäbe von Lorbeerblatt getrennt, zwei hohe Schubkästen, die in ihrer Mitte zwei Medaillons präsentieren. Diese Medaillons zeigen in Licht und Schatten modellierte Frauenfiguren in antikem Gewand und sind von kräftigen vergoldeten Rahmen mit Blattleisten und Perlstab gerahmt. Auf beiden Seiten begleiten sie Füllungen, die von der Mahagonifläche mit vergoldeten mille-raies Streifen abgesetzt sind und große vergoldete Löwenmasken als Griffbeschlag tragen. Ihr Fond besteht aus einem Parkett von ehemals violettrotem Amaranth und springt scheinbar leicht aus der Fläche vor, eine ringsherum laufende helle Ader ist – wie dies bei der geometrischen Marketerie des Pariser Ebenisten Riesener zu finden ist – nach einer Seite hin schwarz ausgeführt und erweckt so die Illusion einer Schattenwirkung und räumlichen Tiefe. Die Mittelachse der Front wird durch eine kantige Schürze aufgefangen, auf der eine schwere Girlande aus Lorbeer hängt. Der Korpus ruht auf kurzen gedrehten und kannelierten Füßen, die in vergoldeten Bronzeschuhen mit Blattwerk stehen. Die Korpusseiten sind nicht minder aufwändig gestaltet, auch hier gibt es die vergoldeten Pilasterschäfte, den vergoldeten Fries und ein großes ovales Figurenmedaillon inmitten einer parkettierten Füllung.
ASt

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR