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Doppelkürbisvase mit Behang- und Streublumendekor

Ident. Nr.: Id 676

ObjID: obj:2322852

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Fayencemanufaktur Gerhard Wolbeer, Berlin (1697 - 1764),
Fayencemanufaktur
Date(s)
um 1710
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Berlin
Dimensions
Höhe: 25 cm

Object Description

Die Vase in Doppelkürbisform weist, jeweils im oberen Teil der beiden Korpuselemente, eine Blaumalerei aus Behangmuster mit Spiralwerk auf und darunter ein Streumuster aus Blüten, Blättern und Punkten auf. Die Malweise ist flüchtig und relativ unpräzise. Die Zuschreibung an die Berliner Fayencemanufaktur von Gerhard Wolbeer beruht auf älteren Forschungen. Da die meisten Berliner Fayencen, wie auch diese, unmarkiert sind, ist eine eindeutige Zuschreibung oftmals nicht möglich.

Lit.: Otto von Falke: Altberliner Fayencen, 1923, Taf. 18 b; Kat. Berlin 1976: Fayencen, Kat. Nr. 48.

ClKa

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa