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Ident. Nr.: D (34 C 2) 3/1956

ObjID: obj:2350293

Details (expert)

Dating
um 1900
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 32 x 5 cm

Object Description

Das Haarbild enthält einen kegelförmigen Blütenzweig aus blondem bis hellbraunem Haar. Die Blüten sind zum Teil in Schlingen- und Schlaufentechnik, zum Teil in Wickeltechnik gefertigt. Am unteren Ende des Straußes befindet sich eine schwarze Samtschleife, darunter wiederum eine verschlungene Hohlflechte aus deutlich dunklerem Haar. Die Haararbeit befindet sich in einem flachen, rechteckigen Kasten, der am Boden mit weißem Papier ausgelegt und oben mit einer schwarz gerahmten Glasscheibe abgedeckt ist. Die schräg aufsteigenden Wände zieren Spiegelglasstreifen. Umlaufend schmückt den Kasten eine Borte sowie Eckverzierungen aus geprägtem und gestanztem Goldpapier.

Auf die Rückseite ist folgende handschriftliche Notiz zu lesen: »Haar von Frau Scharlotte Ebel / zu Kerzlin Kr. Ruppin / angefertigt von Frau Kirchhoff 1900 / in Wusterhausen a. Dosse Kr. Ruppin / im Besitz der Enkelin / Ida Giese Rathenow Forststr. 56«. Geht man davon aus, dass sämtliche in dem Haarbild eingesetzten Haare von derselben Person – Scharlotte Ebel – stammen, so muss das Haar zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihres Lebens geschnitten worden sein. Eine andere mögliche Erklärung für die verschiedenen Haarfarben wäre, dass für das Totengedenkbild Haare von mehreren Angehörigen verarbeitet wurden – was durchaus üblich war –, und nur ein Teil davon, etwa die dunkelbraune Flechte am Fuß des Bildes unterhalb der schwarzsamtenen Schleife, von Scharlotte Ebel stammt. Die Aufschrift auf der Rückseite wäre dann allerdings nicht korrekt oder zumindest nicht vollständig. Tatsächlich scheinen die Angaben auf der Rückseite zu verschiedenen Zeitpunkten gemacht worden zu sein, darauf verweisen die unterschiedlichen Farbtöne der verwendeten Tinte. Die Datierung wurde offenbar nachträglich hinzugefügt, nicht zeitgleich zu der ebenfalls nachträglichen Besitzangabe. Die etwas ungelenke blaue Schrift mag auf ein erhöhtes Alter der Enkelin zum Zeitpunkt des Vermerks zurückzuführen sein.

Literatur: Jana Wittenzellner (2020): Haarbilder. Erinnerungen unter Glas. Husum: Verlag der Kunst.

Last updated: 12.12.2025

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Institution:

Museum Europäischer Kulturen

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Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.