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Ohne Titel

Ident. Nr.: B UHP 36/13

ObjID: obj:2351840

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Oscar Dominguez (1906 - 1957),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1935
Additional titles
Collection title: Ohne Titel
Original title: Sin titulo
Translation: Untitled
Provenance
Schenkung: Privatsammlung, Schenkung des Künstlers,
ab 1935
Nachlass/Vermächtnis: Privatsammlung, erworben im Erbgang von der Privatsammlung ,
bis 1998
Auktion: Christie's, London,
1998
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
1998-2010
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 80 x 59,6 cm
Rahmenmaß: 105 x 82 x 5 cm
Acquisition
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Object Description

Domínguez schuf eine Reihe traumartiger Landschaften, in denen er verschiedene surrealistische Bildmotive miteinander vereinte. Sein 1935 entstandenes Gemälde zeigt eine nackte menschliche Figur, deren Oberkörper baumartig verwachsen ist. Beide Hände münden in ein spitz zulaufendes Gerät, was den Eindruck erzeugt, als ob die Gestalt die vor ihr liegende glatte Meeresoberfläche pflüge und so unheilvolle Wellen hervorbringe. Hinter ihr verschmelzen tierische, menschliche und pflanzliche Elemente zu einer hoch emporragenden, grotesken Felsenlandschaft, die von einem auskragenden, nach links strebenden Stier angeführt wird. Diese dynamische Hybridgruppe, welche an Max Ernsts fliegende, bösartige Fabelwesen erinnert (vgl. „Die Erwählte des Bösen“, B 893), manifestiert sich vor einem entleerten Horizont, der wiederum mit den wie von indirektem Licht illuminierten Hintergründen Yves Tanguys (vgl. „Surrealistische Komposition“, Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch) korrespondiert. Auch tritt zwischen einer Wolkenformation eine ausgestanzte Figurenform hervor, wie sie von René Magrittes Werken bekannt ist. Zwar galt Domínguez unter den Surrealisten vor allem als Eklektiker, die erstmals von ihm angewendete Décalcomanie wurde jedoch in die „Geheimnisse der surrealistischen Zauberkunst“ aufgenommen (André Breton, Oscar Dominguez. Vom Bilderabziehen ohne vorgefaßtes Thema, 1936, in: ders., Der Surrealismus und die Malerei, Berlin [West] 1967, S. 135). Diese Technik, bei der zwei mit Farbe bedeckte Blätter aufeinandergepresst werden und so zufällige fantastische Landschaften entstehen lassen, wurde von vielen Surrealisten übernommen. | Irina Hiebert Grun

Last updated: 04.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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Studie für „Ohne Titel“

Studie für „Ohne Titel“

Gorky, geboren als Vosdanig Manoug Adoian im Osmanischen Reich, gab sich einen neuen Namen, nachdem er den Völkermord an den Armeniern 1915 überlebt hatte und 1920 in die Vereinigten Staaten immigriert war. „Arshile“ könnte sich auf den altgriechischen Achilles oder den armenischen König Arshak beziehen, „Gorky“ suggeriert eine Beziehung zu Maxim Gorki (ebenfalls ein Pseudonym), einem der wichtigsten sowjetischen Schriftsteller. Der Künstler hatte sich damit einen Namen gegeben, der nicht von seiner Herkunft sprach, ihn in den USA aber dennoch als fremd auswies. Eine solche Selbsterfindung zeichnet auch seine Werke aus. Gorky hatte hauptsächlich autodidaktisch gelernt und sich anfangs an Künstlern wie Paul Cézanne, Pablo Picasso oder Joan Miró orientiert. In den 1940er-Jahren begann er, ausgiebig mit Linien und Farben zu experimentieren. 1944 verbrachte Gorky viele Monate auf dem Land und bezog biomorphe Formen in seine Arbeiten ein. Die Natur selbst war für ihn eine Spielart der Kunst (Kim S. Theriault, Rethinking Arshile Gorky, University Park [Pennsylvania] 2009, S. 114). Er schuf viele Zeichnungen, in denen er Formen wiederholte, bis er die für ihn richtige Lösung fand. „Ohne Titel“ ist eine Vorstudie zu einem ebenso benannten Gemälde von 1944 (auch als „Painting“ publiziert; WVZ-Nr. P285). Schwarze Linien – einige mäandernd, andere abstrahierte Objekte oder die Form weiblicher Genitalien beschreibend – überlagern sich mit frei schwebenden Farbflächen. Abstrakt, aber nicht völlig gegenstandslos stellt Gorkys Werk den Akt des Malens an sich in den Mittelpunkt. | Emily Joyce Evans