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Wütender Schuster

Ident. Nr.: DM 45

ObjID: obj:2361924

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Höchster Porzellanmanufaktur (1746),
Hersteller*in
Entwurf: Johann Peter Melchior (1747–1825),
Bildhauer*in
Date(s)
um 1770
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Höchst
Material / Technique
Porzellan mit Aufglasurmalerei
Dimensions
Höhe: 19 cm

Object Description

Auf einem flachen Sockel mit angedeuteten Steinboden und Holzbohlen sitzt ein Schuster auf einem Schemel. Er hat einen wütenden Gesichtsausdruck, wendet sich nach rechts und hält in der erhobenen Rechten einen Schuhleisten, den er im Begriff ist zu werfen. In der Linken hält er eine Flasche. Er trägt eine Mütze, eine Arbeitsschürze und herunterrutschende Strümpfe. Neben ihm steht ein dreieckiger Arbeitstisch mit Werkzeug. Am Boden liegen weitere Gegenstände, ein Tuch, ein Leisten, ein Stein usw. Die Staffierung ist in Beige-, Grau-, Braun-, Schwarz- und Violetttönen gehalten. Auf der Unterseite befindet sich die Höchster Manufakturmarke: Rad in Unterglasurblau.

Die von Johann Peter Melchior entworfene Porzellangruppe gehört zu einer Reihe von Berufsdarstellungen. Das unmittelbare Pendant "Die Schustersfrau" (nach der der Schuster seinen Leisten wirft) ist im Kunstgewerbemuseum nicht vertreten. Dafür gibt es im Bestand das Tonmodell zu der Gruppe "Der Maurer" (Inv. Nr. K 1610). Die beiden Berufsdarstellungen zeichnen sich durch Detailreichtum und die naturalistische Darstellungsweise der ausgemergelten Gesichtstypen aus. Vergleichbare Modelle sind auch aus der lothringischen Manufaktur Niderviller belegt.
Im Gegensatz zu anderen Höchster Ausformungen fehlt bei der Gruppe im Berliner Kunstgewerbemuseum der am Boden kauernde Hund.
Lit.: Claudia Kanowski, in: C. Kanowski/L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 33, Abb. S. 34; Kat. Johann Peter Melchior, Gelsenkirchen 1997, S. 81, Abb. 169 (Vgl.stück aus Privatbesitz)
ClKa

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR