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Zunftkanne der Gerber und Schumacher in Geyer (Sachsen)

Ident. Nr.: O-1969,118

ObjID: obj:2564273

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Heinrich Jobin (1643 - 1684),
Zinngießer*in
Date(s)
1570
1660
Material / Technique
Zinn, gegossen, graviert, teilvergoldet
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 49,8 x 21 cm

Object Description

Schleifkanne der Schuhmacher in Geyer (aus einem Paar, das andere Exemplar Inv. Nr. O-1969,119), mit drei sitzenden langhalsigen Vögeln auf den Füssen. Reich graviert. Auf der einen Kanne das Brustbild eines Mannes, ein Mann und einen Frau in ganzer Figur, zwei Einhörner, ein Vogel auf Blattzweig und Ornamente. Auf der zweiten Kanne ein Ehepaar in Landschaft, zwei sitzende Figuren mit Musikinstrumenten und Ornamente. Auf den Deckeln der Kannen je ein von einem Mann gehaltener Schild, graviert mit den Zunftenblemen der Gerber und Schuhmacher, Namensinschriften und den Jahreszahlen 1570, 1587 und 1660 (Wiederherstellung durch Heinrich Jobin?). (Hintze I, Nr. 47 c)

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR