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Zunftkanne der Fleischhacker zu Preßnitz

Ident. Nr.: F 1159

ObjID: obj:2564891

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Hans Wildt d. Ä. (1565, 1575),
Zinngießer*in
Date(s)
um 1570
Material / Technique
Zinn, gegossen
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 46,5 x 21,3 cm

Object Description

Hans Wildt d.Ä. ist der erste namentlich faßbare Zinngiesser im dicht an der Grenze zu Sachsen gelegenen böhmischen Joachimsthal. Seine Arbeiten gehören stilistisch in den Bereich des sächsischen Reliefzinns. Er hat die Kanne im Auftrage des Christian Eberdt geschaffen, der dieses eindrucksvolle Zeugnis nordböhmischer Zinngiesserkunst der Fleischhackerzunft zu Preßnitz (Přísečnice) verehrte.
Vier umlaufende Figurenfriese gliedern den Körper der Kanne. Der obere, mit Triumph des Bacchus und der Jahreszahl 1527, ist in zehn Felder aufgeteilt, in denen sich tanzende und zechende Putten tummeln. Während diese Szenerien auf fünf Plaketten des in Nürnberg tätigen Peter Flötner zurückgehen, zeigt der untere der drei Jagdfriese der Mittelzone Anklänge an das Werk des Franz Brun. Bei der Gestaltung des vierten, über dem Fußrand gelegenen Frieses, in dessen Rundbogenfeldern Szenen aus der Passion dargestellt sind, griff Hans Wildt auf Plaketten der Nürnberger Dürerschule (Hans Dürer?) zurück. Dargestellt sind in doppelter Folge: die Gefangennahme, Jesus vor Pilatus, Jesus vor dem Hohepriester, die Dornenkrönung und die Kreuzuigung.
Die umlaufende Stiftungsinschrift lautet: "DISE.KANE.VOR.ÖHRET.CHRISIANES.EBERDT.EINEN.ÖHRBAREN.HAND.WERCK.DER.FLEISCH.HACKER.IN.SDAT.BRESNITZ.ZU EINEN.GVTEN.GEDEGNTNIS". Stadtmark, zwei Meistermarken. (Hintze I, 1431 b)

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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