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Teller (tondino) mit Venus und Mars als Liebespaar sowie Vulcanus und Sol (aus dem sog. Correr-Service)

Ident. Nr.: 1912,33

ObjID: obj:2581179

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Nicolò da Urbino (ca. 1480 - 1537/38),
Fayencemaler
Date(s)
um 1515
Dimensions
Durchmesser: 28,3 cm
Höhe: 3,6 cm

Object Description

Der Teller gehört zum sogenannten "Correr-Service", das nach dessen ehemaligem Besitzer, dem venezianischen Patrizier und Sammler Teodoro Correr (1750-1830), benannt ist. 17 weitere Teile des Services werden heute im Museo Correr in Venedig verwahrt. Dargestellt sind Liebesszenen aus der antiken Mythologie.
Der Berliner Teller mit der Darstellung von Venus und Mars als Liebespaar gelangte 1912 aus einer Versteigerung des Auktionshauses Lepke in den Bestand des Kunstgewerbemuseums. Er stammte aus dem Nachlass des Freiherrn F. von Parpart. Bemerkenswert ist, dass das zentrale Motiv - die Liebesgöttin Venus und der Kriegsgott Mars beim Liebesakt - in späterer Zeit mutwillig herausgekratzt wurde, offenbar, weil es zu anzüglich erschien.
Eine detaillierte Beschreibung findet sich im Majolika-Bestandskatalog von Tjark Hausmann (1972):
"Teller mit napfartig vertiefter Mitte und breitem, flachem Bord. Die grauweiße Glasur ist auf der Vorderseite dünn und halb transparent, auf der Rückseite narbig. Im Mittelmedaillon sieht man in einem Innenraum ein breites Ruhelager mit Mars ('MARTE') und Venus ('VENERE') unter einem Baldachin. Die Leiber der beiden Götter wurden aus Prüderie zerstört und später nur flüchtig nachgezeichnet. In der Kehle ein bläulichweißes Kreisblütenmuster 'bianco sopra bianco'. Auf dem Bord stehen vor seltsamen Felskulissen links der Feuergott Vulkan ('VLCAN') an seinem Amboß, rechts der Sonnengott ('EL SOL') in einer von Wolken umgebenen Aura. Die Malerei ist außerordentlich fein und harmonisch. Es dominieren Blau und zwei Grüntöne; dazu kommen Gelb, Orange, Schwarz und Weißhöhungen. Die Szenerie wird eingefaßt von einer schmalen blau und gelben Umrandung. [...] Dargestellt ist der Ehebruch von Venus mit Mars. Sol zeigt dem Vulkan, dem Gatten der Venus, die Untreue an. Ovid berichtet in den Metmorphosen (IV, 169-89) die Begebenheit. [...] Nicolò da Urbino hat die Gestalten des Sonnengottes und des Vulkan einem Holzschnitt der frühen, 1497 in Venedig erschienenen Ausgabe der Metamorphosen entnommen. Auf der Buchillustration steht Sol jedoch neben dem Amboß. Das Ruhelager von Mars und Venus ist auf dem Teller verändert, der Baldachin hinzugefügt, ebenso die Landschaft. Es fehlen hier die fünf Götter, die auf dem Holzschnitt schadenfroh das Paar auf dem Lager betrachten."

Keine Marke.

Lit.: Tjark Hausmann: Majolika. Spanische und italienische Majolika vom 14. bis zum 18. Jahrhundert (= Kataloge des Kunstgewerbemuseums Berlin VI), Berlin 1972, S. 230, Kat. Nr. 170.

ClKa

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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