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Ident. Nr.: II A 459

ObjID: obj:508507

Details (expert)

Involved
Julius Konietzko (1886 - 1952),
Sammler*in
Dating
1935
Material / Technique
Holz; Stroh, geflochten
Dimensions
Länge x Breite x Tiefe: 30 x 30 x 3 cm

Object Description

Kleines Kreuz aus Stroh und Weidenzweigen mit etwa gleich langen Armen. In der Mitte des Kreuzes, in der sich die beiden Holzstäbe überkreuzen, ein kleines rautenförmiges Geflecht aus Stroh. An jedem der vier Arme wurden erneut mithilfe kleiner Holzstäbe weitere kleine Kreuze rautenförmig mit Stroh umflochten.

Die Heilige Birgitte von Kildare ist neben dem Heiligen Patrick die Schutzheilige Irlands. Birgittenkreuze wie jenes wurden in verschiedenen Regionen Irlands meist am Abend vor dem Tag der heiligen Birgitte am 1. Februar geflochten und anschließend am 1. Februar am Dachbalken im Eingangsbereich eines Hauses aufgehängt. Dabei wurde die heilige Birgitte im Gebet angerufen und um Schutz für Haus und Bewohner*innen sowie eine gute Ernte im Laufe des Jahres gebeten.
Die Kreuze wurden dabei meist von Frauen gefertigt und teilweise noch mit Weihwasser besprüht. Es folgte ein Festtagsessen (meist Kartoffeln, teilweise mit Kohl und Butter). Der erste Februar markierte den ersten Frühlingstag. Vor der Christianisierung feierte man an diesem Tag den keltischen Festtag Imbolc. Es wird vermutet, dass der Brauch bereits vor der Christianisierung Irlands Vorläufer hatte.
In einigen Gegenden sollen ältere Frauen als heilige Birgitte verkleidet von Haus zu Haus gezogen sein und in jedem Haus etwas Stroh oder Binse (Juncus tenuis) gelassen haben, aus dem dann das Birgittenkreuz geflochten wurde. Teilweise wurde diese Aufgabe auch von der Tochter des Hauses, die nach der heiligen Birgitte benannt war (häufig das älteste Mädchen in der Familie), übernommen.
Auch wurden Birgittenkreuze angefertigt, um sie als Freundschaftsgabe zu verschenken.
Die Praxis des Aufhängens von Birgittenkreuzen wurde bereits in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts als nicht mehr gebräuchlich bezeichnet.

Neben Schilf wurden Birgittenkreuze auch aus anderen Materialien wie Haferstroh geflochten. Zudem gab es Birgittenkreuze auch in anderen Formen, jedoch ist die Form mit den Geflechten in Rauten- oder Diamantform laut dem National Museum of Ireland die gebräuchlichste gewesen.

Bis 1995 war das geflochtene Birgittenkreuz zudem Symbol des irischen Nationalfernsehsenders RTÉ (Raidió Teilifis Éireann).

Eine große Sammlung an Birgittenkreuzen befindet sich im National Museum of Ireland.

Last updated: 12.12.2025

Contact

Institution:

Museum Europäischer Kulturen

Additional items from the collections

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.