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Fingerring der Tadja mit Harpokratesfigur

Ident. Nr.: ÄM 16971

ObjID: obj:592271

Details (expert)

Involved
Otto Rubensohn (24.11.1867 - 9.8.1964),
Grabungsleiter*in
Additional titles
Collection title: Fingerring der Tadja mit Harpokratesfigur
Translation: Finger ring of Tadja with Harpokrates figure
Geographical references
Material / Technique
Fayence (Material), blau
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 2,5 x 2,2 cm

Object Description

Der Ring weist als zentrale Ringzier ein kleines anthropomorphes Figürchen auf. Es ist in stehender Position mit Sonnenscheibe und Seitenlocken gefertigt und kann als der Kindgott Harpokrates identifiziert werden. Die Figur ist wenig detailliert gearbeitet und mit Glasur überzogen. Der Ringbügel trägt vier eingeschnitten Längsrillen, die vermutlich Pflanzenstängel darstellen sollen, und ist nahe dem Figürchen durchbrochen gearbeitet. Die Innenseite ist glasiert.
Die Ringe stammen aus dem Grab eines Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Beerdigung war ein herausragendes Beispiel einer vollständigen Grabinventur. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).
S. Steines / redak. I. Regulski

Last updated: 14.01.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).