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Klinge eines Prunkbeils mit dem Horus-Namen des Königs Aha

Ident. Nr.: ÄM 31000

ObjID: obj:593018

Details (expert)

Creator/Entity
Oswald Burchardt (1960 - 1970),
Vorbesitzer*in
Date(s)
Aha
Datierung engl.: Aha
Additional titles
Collection title: Klinge eines Prunkbeils mit dem Horus-Namen des Königs Aha
Translation: Axe head bearing the name of king Aha
Geographical references
Material / Technique
Kupfer (Material / Metall)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 14,7 x 17,7 x 0,93 cm

Object Description

Seit dem Beginn der ägyptischen Geschichte sind Beil- und Axtklingen bekannt. Die aus Kupferblech gehämmerten Klingen, die in einen hölzernen Stiel eingearbeitet oder gebunden worden sind, finden sich vorwiegend in Gräbern der höchsten Elite des ausgehenden 3. Jtsd. v. Chr. Dies hängt mit der Bedeutung des Rohstoffes Kupfer zusammen, der aus der Levante nach Ägypten importiert werden musste. Aus dieser Zeit sind ebenfalls bereits Miniaturgeräte dieser Art bekannt, die als Beigaben einzustufen sind und aufgrund des verwendeten Materials den Status des Besitzers unterstreichen beziehungsweise hervorheben sollten. Inwieweit Keulen oder Beile berufsbedingte Beigaben sind, lässt sich nicht in jedem Fall feststellen. Das Besondere an diesem Berliner Stück ist der in die Oberfläche fein ziselierte Serech (Königsname) des Herrschers Aha, des zweiten Königs der 1. Dynastie (ca. 3000 v. Chr.). Wenngleich das Objekt im Kunsthandel erworben wurde, so war der originäre Kontext mit großer Wahrscheinlichkeit sein Königsgrab in der Nekropole von Abydos. (R. Kuhn)

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Glocke

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Der Glockenkörper dieses Objektes besteht aus gegossener Bronze; am oberen Ende befindet sich eine vorgeformte Aufhängeöse.Glocken sind keine moderne Erfindung. Aus Ton oder Bronze gefertigt, dienten sie schon in der Antike vielfältigen Zwecken. In Ägypten sind sie erst nach dem späten Neuen Reich (etwa um 1000 v. Chr.) archäologisch nachweisbar und wurden zunächst aus dem Nahen Osten importiert. Erst ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. treten Glocken häufiger auf. Obwohl sie ursprünglich kein regulärer Bestandteil von Grabbeigaben waren, nimmt ihre Verbreitung im Laufe der Zeit zu, bis sie in der ptolemäischen Zeit in einer breiteren Vielfalt von Kontexten erscheinen.Glocken gehören zu der Instrumentengruppe der Idiophone („Selbstklinger“), die als Ganzes oder in Teilen selbst schwingend ihren Ton erzeugen. Aufgrund ihres hellen und klaren Tons fanden sie Verwendung bei Kulthandlungen und Tempelfesten, erfüllten jedoch zugleich schützende und magische Funktionen. Ihrem Klang schrieb man die Fähigkeit zu, böse Kräfte abzuwehren, wodurch sie sich auch als Amulette und Grabbeigaben etablierten, insbesondere im Zusammenhang mit Kindern.Diese Vorstellung entspricht grundsätzlich der im Nahen Osten verbreiteten Idee von der apotropäischen Wirkung von Lärm. Diese Vorstellung war jedoch in der ägyptischen Kultur bereits angelegt. Die schützende Kraft von Musik war schon zuvor auf andere Instrumente – etwa Tamburine und Zimbeln – übertragen worden, was die schnelle Integration der Glocken in bestehende religiöse Praktiken erklärt.Die schützende Bedeutung von Lärm war in Ägypten eng mit der Gottheit Bes verknüpft. Spätestens seit der Regierungszeit Amenophis’ III. (1388–1351 v. Chr.) zählt das Tamburin zu den charakteristischen Attributen des Bes, mit dem er in seiner Funktion als Beschützer von Kindern böse Geister vertreibt. Damit waren sowohl Bes als auch der rituelle Einsatz von Lärm bereits fest in einem Schutzkontext verankert, insbesondere im Hinblick auf Kinder. Vor diesem Hintergrund erscheint es plausibel, dass Glocken bewusst an diese bestehenden Traditionen anknüpften. Begünstigt durch die Schutzfunktion des Bes und seine Verbindung zu lärmenden Ritualpraktiken entwickelten sich Glocken zunehmend zu abstrakten Schutzamuletten und verloren dabei teilweise ihre ursprüngliche Funktion als Klanginstrumente.Aufgrund ihres wiederholten Auftretens in Bestattungskontexten sind Glocken in Ägypten daher primär als Objekte ritueller Bedeutung zu verstehen. Zugleich erweiterte sich ihr Gebrauch über den rein funerären Kontext hinaus. Es ist anzunehmen, dass Glocken auch im Alltag getragen wurden. Darauf weist ihr häufiges Auftreten zusammen mit anderen Amuletten hin, die nachweislich zu Lebzeiten verwendet wurden und dem Schutz ihrer Träger dienten.I. Regulski

Statuette einer nackten Frau

Statuette einer nackten Frau

Die Bronzestatuette stellt eine nackte weibliche Figur mit einer Strähnenperücke dar, die außerdem einen Halskragen und ein Paar Sandalen trägt. Sie ist mit breiter Hüfte und vollen Brüsten abgebildet. Ihr Schambereich ist durch eingravierte Dreiecke mit Innenzeichnungen angedeutet. Die heute nicht mehr erhaltenen Arme wurden separat gearbeitet und angesetzt. Die Augen könnten mit Einlagen aus einem anderen Material versehen gewesen sein. Ein Modius mit erhabenen Rändern dient als Kopfschmuck bzw. Teil des Kopfschmucks der weiblichen Figur.Die Statuette wird gern als Spiegelgriff interpretiert, obwohl eine Verbindung mit einer Spiegelplatte nicht nachzuweisen ist. Wahrscheinlicher ist daher die These, dass es sich hierbei um die Figur einer Göttin handelt, die aus dem Kontext der weiblichen Fruchtbarkeit stammt. Bisher kann eine Gruppe von ägyptischen weiblichen Statuetten des gleichen Typus wie ÄM 16028 identifiziert werden. Charakteristische Merkmale dieser Frauenfiguren ägyptischer Herkunft sind die Nacktheit, ein Modius als Kopfschmuck, separat eingesetzte Arme und Sandalen. Dem aktuellen Forschungsstand folgend werden sie als Darstellungen nackter Göttinnen unter syrischem bzw. vorderasiatischem Einfluss verstanden, die in Tempeln geweiht werden konnten. Ihr Kopfschmuck findet in der phönizischen Kunst Parallelen – besonders in Verbindung mit Astarte oder Atargatis. Die Tatsache, dass bei einigen dieser Statuetten aus Ägypten eine Uräusschlange dem Modius hinzugefügt wurde, unterstützt die Interpretation solcher nackten Frauenfiguren als Göttinnen. Zahlreiche Parallelen im Vorderen Orient sprechen ebenfalls für diese These. Des Weiteren traten im griechischen Raum ab dem 8. Jh. v. Chr. nicht nur Figuren dieses Typus aus lokaler Produktionen auf, sondern es wurden auch ägyptische Importe derartiger Statuetten in den dortigen Heiligtümern gefunden. Vermutlich ist der Typus der nackten Göttin unter nordsyrisch-phönizischem Einfluss im 8. Jh. v. Chr. sowohl in Ägypten als auch in Griechenland entstanden.Den vorherigen Beobachtungen folgend, lässt sich die Statuette in die späte Dritte Zwischenzeit datieren. Dafür spricht die Fertigungsweise mit angesetzten Armen, die der Machart vieler Bronzestatuetten der Dritten Zwischenzeit entspricht. Stilistisch ist ihre Körpermodellierung ebenfalls typisch für die späte Libyerzeit/frühe Kuschitenzeit.(I. Liao nach: K. Weiß, Ägyptische Tier- und Götterbronzen aus Unterägypten. Untersuchungen zu Typus, Ikonographie und Funktion sowie der Bedeutung innerhalb der Kulturkontakte zu Griechenland, ÄAT 81, Bd. 1, S. 227ff.)

Bildhauermodell eines linken Fußes mit demotischer Aufschrift

Bildhauermodell eines linken Fußes mit demotischer Aufschrift

Das Bildhauermodell stellt einen menschlichen linken Fuß auf einer quadratischen Basisplatte dar. Die etwas gespreizten Zehen wurden bereits poliert. Auf der glatten Oberfläche oberhalb des Fußgelenks sind überlappend ein sich in einem Rechteck befindlicher Falke und die Hilfslinien für die Proportionen des Fußes geritzt. Weitere Hilfslinien sind an den Seiten sowie auf der Unterseite der Basisplatte zu erkennen. Außerdem sind demotische Inschriften neben einigen unerkennbaren Einritzungen auf der Unterseite der Basisplatte und am Fuß eingraviert.Neben Gesichtern sind die menschlichen Endglieder, wie die Hände und Füße, kompliziert zu formen. Daher schufen die Bildhauer häufig zuerst Modelle oder Übungsstücke der einzelnen Körperglieder in verkleinertem Maße, um die unterschiedlichen Posen und Strukturen der Muskulatur bei der darzustellenden Bewegung zu studieren.In den Inschriften, die in einem flüchtigen Duktus geritzt worden sind und zum Teil unleserlich erscheinen, wird der Name Hor-chebti mehrfach genannt. Dass an einer Stelle der Name zweimal hintereinander auftritt, spricht möglicherweise für die Interpretation als Personenname und somit für eine Übersetzung mit: „Hor-chebti, (Sohn von) Hor-chebti.“Insgesamt ist lediglich eine kleine Anzahl an Bildhauermodellen mit Inschriften belegt. Die Inhalte dieser Inschriften stehen meist in keiner Verbindung zu den dargestellten Gegenständen. Es lässt sich daher vermuten, dass diese Modelle aufgrund ihrer geglätteten Oberflächen sekundär als praktische Schreib- bzw. Übungsoberflächen – möglicherweise von den Bildhauern selbst – genutzt wurden. Das Gleiche gilt auch für die Ritzung des Falken in einem Rechteck, der vermutlich erst später auf der glatten Oberfläche zusammen mit den Hilfslinien eingraviert wurde.(I. Liao)