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Ziegelform mit der Kartusche Thutmosis' III.

Ident. Nr.: ÄM 32191

ObjID: obj:595801

Details (expert)

Dating
Thutmosis III
Geographical references
Material / Technique
Holz (Material)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 6 x 10,8 x 26,5 cm

Object Description

Das Errichten von Gebäuden wurde in Ägypten von Riten und Feierlichkeiten begleitet, die sich bis in die Prädynastische Zeit zurückverfolgen lassen. Archäologisch lassen sich von diesen Riten nur die sogenannten Gründungsgruben nachweisen, die bis in die römische Zeit angelegt wurden. Die Gründungsbeigaben konnten aus ganz verschiedenen Objektgruppen und Materialien zusammengesetzt sein. Zu den häufigsten Gründungsbeigaben zählten Gefäße, Werkzeuge und Baumaterialien in Miniaturformat sowie magisch aufgeladene Objekte, wie z.B. Amulette oder Gründungsziegel, sowie Speiseopfer. Handelte es sich um ein königliches Bauprojekt, wurde auf den Beigaben ein kurzer Weihspruch angebracht, der den Namen des königlichen Bauherrn nennt.
Diese hölzerne Ziegelform wurde zusammen mit einer weiteren Ziegelform (ÄM 32192) in einem von vier Gründungsgruben im Bereich des Totentempels des Thutmosis III. in Sheikh Abd el-Qurna gefunden. Aufgrund der geringen Größe dieser Ziegelform ist anzunehmen, dass es sich hierbei um ein Modell handelt, wobei die üblichen Seitenverhältnisse von 2:1 (Länge : Breite) beachtet wurden. Auf der Längsseite der Ziegelform befindet sich ein zweizeiliger Weihspruch. Die erste Zeile lautet: „Guter Gott, Thutmosis III., geliebt von Amun […].“ Die zweite Zeile ist nur fragmentarisch erhalten.
Ziegelformen wurden dazu genutzt, Ziegel aus gewässertem Nilschlamm in einheitliche Formen zu pressen. Der Nilschlamm wurde mitunter mit Häcksel, Sand oder Asche vermengt, um die Festigkeit der Ziegel zu erhöhen. Nachdem der Nilschlamm in der offenen Form ausgestrichen wurde, ließ man die Ziegel in der Sonne lufttrocknen.
(J. Tschernig)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).