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Daumenring

Ident. Nr.: ÄM 20820

ObjID: obj:598225

Details (expert)

Involved
Francis Llewellyn Griffith (27.5.1862 - 14.3.1934),
Grabungsleiter*in
Dating
Meroitisch bis Post-Meroitisch
Geographical references
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 2,5 x 3,6 cm

Object Description

Das Prunkstück aus Granit stammt aus einem Grab und wurde in unmittelbarer Nähe zur rechten Hand des Verstorbenen gefunden. Es handelt sich um einen Daumenring, welcher in meroitischer Zeit häufig als Grabbeigabe diente. Die breiter ausgeformte Öffnung wurde zuerst auf den Daumen gesteckt und bis zum Ende geschoben. Somit passt sich seine leicht konische Form der Form des Daumens an.
Solche Objekte wurden von Bogenschützen getragen um den Daumen beim Spannen des Bogens zu schützen. Die Nubier waren bekannt für ihre Bogenkünste, von deren praktischer Verwendung zahlreiche Objekte zeugen. Ein meroitisches Grabrelief in Berlin, das den König Amanitenmemide (ÄM 2261) zeigt, bildet ihn mit je einem Ring an den beiden Daumen sowie ledernen Unterarmstulpen ab – alles Ausrüstung eines nubischen Bogenschützens. Vereinzelte Funde aus Frauengräbern und Darstellungen von solchen belegen, dass Daumenringe nicht nur das Privileg männlicher Bogenschützen waren.
(N. Overesch)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).