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Amulett in Form eines sitzenden Pavians

Ident. Nr.: ÄM 5926

ObjID: obj:600429

Details (expert)

Dating
Spätzeit
Additional titles
Collection title: Amulett in Form eines sitzenden Pavians
Translation: Amulet in the shape of a sitting baboon
Geographical references
Material / Technique
Fayence (Material), blau
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 4,6 x 2,3 x 2,9 cm

Object Description

Der Pavian ist neben dem Ibis eine Darstellungsform des Weisheitsgottes Thot. Thot ist als einer der großen überregionalen Götter stark mit dem König verbunden. Er achtet auf die Einhaltung der Weltordnung (ägyptisch: Maat) und schenkt Pharao Einsicht und Verständnis für eine weise Regierung. Diese Weisheit wird auch an die Beamten weitergegeben, die als ausführende Personen für die Umsetzung der Gesetze verantwortlich sind. Daher wurde Thot bei Schreibern und Beamten als Schutzpatron verehrt, wofür dieses kleine Amulett eines Pavians ein beredtes Zeugnis ist. Es war vermutlich im Privathaus eines Beamten aufgestellt, der sich des Zuspruchs des Gottes versichern wollte. Im privaten Kontext tritt Thot häufiger als Pavian auf, während er im königlichen und offiziellen Bereich meist als Ibis oder Mann mit Ibiskopf erscheint. Beim Wiegen des Herzens in der Totengerichtsszene protokolliert Thot in seiner menschlichen Gestalt mit Ibiskopf die Ergebnisse, während er in Gestalt des hockenden Pavians auf der Waage sitzt.
O. Zorn

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)