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Kanope (Scheinkanope) mit angedeutetem Deckel in Gestalt eines Paviankopfes (Hapi)

Ident. Nr.: ÄM 7193

ObjID: obj:601118

Details (expert)

Creator/Entity
Carl Richard Lepsius (23.12.1810 - 10.7.1884),
Expeditionsleiter*in
Date(s)
21.–22. Dynastie (3. Zwischenzeit -> Ägypten)
Datierung engl.: 21st - 22nd Dynasty
Additional titles
Kanope (Scheinkanope) mit angedeutetem Deckel in Gestalt eines Paviankopfes (Hapi)
Translation: Canopic jar (dummy canopic) shaped as the head of Hapy (baboon)
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 33,5 x 13,5 x 13,5 cm

Object Description

Die Organe wurden aus konservatorischen Gründen aus dem Leichnam entfernt; ihr Erhalt war allerdings zur Komplementierung des Verklärten ebenso wichtig wie der des Körpers. Aus diesem Grund wurden sie ebenfalls gesalbt sowie mit Leinen umhüllt und neben der Mumie im Grab bestattet. Seit dem Alten Reich wurden die balsamierten Organe in Gefäßen aufbewahrt, den sogenannten Kanopen. Der Begriff geht auf das griechische Wort ‚Kanopus‘ zurück, mit welchem der Geschichtsschreiber Rufinus v. Aquileia im 4. Jh. n. Chr. ein bauchiges Gefäß mit dem Kopf des Osiris bezeichnete. Zunächst handelt es sich bei Kanopen um einfache Kalkstein- oder Tongefäße mit flachen bzw. leicht gewölbten Deckeln. Im Mittleren Reich sind die Deckel wie menschliche Köpfe gearbeitet, ab dem Neuen Reich nehmen sie die Form der Köpfe von Mensch, Pavian, Schakal und Falke an. Diese symbolisieren die vier Söhne des Horus, der selbst als Sohn des Osiris für den Verstorbenen die Schutzgottheit par excellence darstellt. Jede der vier Gottheiten wurde einem Organ zugeordnet: Amset = Leber, Hapi = Lunge, Duamutef = Magen, Kebehsenuef = Gedärm; wobei die Zuordnung vielmehr ideeller Natur ist und nicht unbedingt jeder realen Balsamierungssituation entsprechen dürfte, in welcher der Balsamierer sicherlich gelegentlich auch andere Organe konservierte. Denn es kann nicht mit Gewissheit gesagt werden, wie der tatsächliche anatomische Kenntnisstand im Alten Ägypten gewesen ist. Obwohl nach dem Neuen Reich die Organe zumeist als balsamierte Päckchen wieder in den Körper zurückgelegt wurden, hörte der Gebrauch von Kanopen nicht auf. Häufig mit Attrappen gefüllt oder als Scheinkanopen (ohne Hohlraum) gehörten sie bis in die Ptolemäische Zeit hinein zur Grabausstattung. Durch ihre Assoziation mit den Horussöhnen und die Nähe zum Verstorbenen besitzen die Kanopen auch ohne die Organe eine Schutzfunktion. Es ist bemerkenswert, dass die Organentnahme von den griechischen Geschichtsschreibern Herodot und Diodor recht ausführlich besprochen wurde, während die Informationen in altägyptischen Texten spärlich sind. Eine mögliche Begründung hierfür ist die Tabuisierung dieses Vorgangs, denn immerhin ist ein solcher Eingriff eine Beschädigung des Körpers, was im Widerspruch zum ägyptischen Wunsch nach der Unversehrtheit der Mumie steht. Der Vorgang ist notwendig zur Erhaltung des Leichnams und die Organe bleiben zumindest im Grab erhalten, doch darüber sprechen respektive schreiben wollte man wohl nicht.
(S. Töpfer)

Last updated: 19.10.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Glocke

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Bildhauermodell eines linken Fußes mit demotischer Aufschrift

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