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Lotoskelch des Kronprinzen Scheschonk

Ident. Nr.: ÄM 4563

ObjID: obj:606287

Details (expert)

Additional titles
Collection title: Lotoskelch des Kronprinzen Scheschonk
Translation: Lotiform goblet of Crown Prince Scheshonk
Geographical references
Material / Technique
Fayence (Material), blaugrün
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 16,2 x 9,5 cm (Mündung)

Object Description

Dieser Kelch in der Form einer duftenden blauen Lotusblume gestaltet, diente als Weihegabe an einen Gott, dessen Name leider verloren ist. Der heute sichtbare Fuß ist eine moderne Ergänzung, die sich an vollständig erhaltenen Originalen orientiert und den Stiel der Blume imitiert. Dieser Gefäßtyp wurde vermutlich hauptsächlich als Kultgefäß verwendet. Der reich mit Reliefdarstellungen verzierte Becher ist nach der Inschrift auf dem Innenrand einem "Ersten Großen seiner Majestät, Scheschonk, gerechtfertigt, dem Sohn des Herrn der beiden Länder, dessen Mutter Karomama, gerechtfertigt ist" gewidmet. Scheschonk, Sohn von König Osorkon II. (22. Dynastie, Mitte 9. Jh. v. Chr.), war Hoherpriester in Memphis. Diese Regenten, die wie die Könige ihrer Zeit Libyer und keine einheimischen Ägypter waren, zeigen nun in ihren Quellen unterschiedliche Formen von Selbst-Repräsentationen und Legitimierungsbestrebungen, um ihre Macht im politischen, militärischen und kultischen System des späten Ägypten zu verankern.
Die fein ausgeführten Reliefs auf der Außenseite des Bechers zeigen im obersten Streifen Hathorgesichter, Besfiguren, Udjat-Augen und eine Katzen auf Papyrussäulen. Das mittlere Register zeigt Maat, Bastet, Re-Harachte, Hathor, Nephthys, Sachmet, Chnum sowie zwei nicht identifizierbare Gottheiten. Das unterste Band enthält einen Pflanzenfries.
Die duftende Blüte des blauen Lotus ist ein häufiges Motiv in der ägyptischen Kunst und eng mit den Themen Schöpfung und Verjüngung verbunden. Da sich die Lotusblume nachts schließt und im Morgengrauen öffnet, wurde sie zum Symbol der Schöpfung und Wiedergeburt. Diese Bedeutung wurde durch die Herstellung in Fayence mit türkisfarbener Glasur hervorgehoben, einem Material, das Vorstellungen von Licht und Wiedergeburt verkörpert.
I. Regulski

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)