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Oberteil einer Kniefigur Sesostris I.

Ident. Nr.: ÄM 1205

ObjID: obj:606407

Details (expert)

Dating
Sesostris I.
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 48 x 27,5 x 17,5 cm

Object Description

Ein seit dem Mittleren Reich häufiger Typ der königlichen Tempelstatue ist die Darstellung des Herrschers als Opferer mit zwei kugeligen Weingefäßen, die der König kniend der Gottheit darreicht. Eines der ältesten Beispiele ist die Figur des Königs Sesostris I. Die kniende Haltung kann aus den resten der Fußsohlen unter dem Gesäß erschlossen werden. Auf dem Gürtel steht der Thronname "Cheper-ka-Re" geschrieben. Der Körper ist mit breiten Schultern und muskulösen Oberarmen kraftvoll gestaltet. Das breite Gesicht wirkt relativ spannungslos. Die Augen sind symmetrisch angeordnet und ihre äußeren Lidwinkel laufen in langgezogene Schminkstriche aus. Auch die Brauen werden als plastisch ausgearbeiteter, breiter Streifen angegeben und folgen den Augen.Die Lippen des Mundes sind leicht zusammengepresst. Als typisch für das Mittlere Reich gelten die großen, abstehenden Ohren.

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).