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Fußreif mit eingraviertem Muster

Ident. Nr.: ÄM 20980

ObjID: obj:606460

Details (expert)

Involved
Francis Llewellyn Griffith (27.5.1862 - 14.3.1934),
Grabungsleiter*in
Dating
Meroitisch bis Post-Meroitisch
-90 - -10
Geographical references
Material / Technique
Bronze (Material / Metall)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 4,4 x 12,6 x 12,1 cm

Object Description

Dieser massive, bronzene Fußreif, der mit einem Zweiten, in gleicher Ausführung (ÄM 21728), zwischen Knie und Fußfessel des Verstorbenen deponiert wurde, ist nicht komplett geschlossen. Die um 0,5 cm auseinanderstehenden Enden sind durch, auf beiden Seiten parallel angeordnete, eingravierte Muster geschmückt. Auf Gruppen von jeweils vier Zickzacklinien folgt auf beiden Seiten ein einfaches, durch zwei Linien dargestelltes, Band. Direkt anschließend ist ein breites, durch feine diagonale Linien eingraviertes netzartiges Rautenmuster erkennbar, erneut durch zwei Linien abgegrenzt, zwischen denen, wiederum in Vierergruppen angeordnete, Zickzacklinien erscheinen. Den Abschluss bilden gleichschenklige Dreiecke, die sich an ihrer Basis berühren und durch vertikale kurze Striche ausgefüllt wurden.
Diese Form der Beigabe ist nur aus wenigen nubischen Gräbern überliefert und kann pro Reif bis zu drei Kilogramm wiegen. Dass solch ein Objekt für längere Zeit am Körper getragen wurde ist kaum vorstellbar, möglicherweise diente es als prämonetäres Artefakt. Insgesamt fanden sich in fünf Gräbern des spätmeroitischen Friedhofes von Faras solche Fußreife, vielleicht ein Anzeichen dafür, dass sich in unmittelbarer Nähe eine spezialisierte Bronzewerkstatt befand.
(N. Overesch)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).