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Kopf einer Standfigur des Königs Amasis (?)

Ident. Nr.: ÄM 11864

ObjID: obj:606555

Details (expert)

Involved
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Dating
26. Dynastie ("Saiten")
Additional titles
Collection title: Kopf einer Standfigur des Königs Amasis (?)
Translation: A fragmentary statue head of Amasis (?)
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 25 x 28,3 x 30,5 cm

Object Description

Der Kopf mit der Inventarnummer 11864 aus dem Ägyptischen Museum Berlin ist das Fragment einer Königsstatue aus der 26. Dynastie (664‒525 v. Chr.), die Teil der Spätzeit Ägyptens ist. Er ist aus Grauwacke gearbeitet und stark beschädigt, die Seitenflügel des Nemes-Kopftuches sowie Nase und Uräusschlange sind zum Teil zerstört. Das Gesicht selbst ist darüber hinaus sehr gut erhalten. Durch das gefältelte Nemes ist der Dargestellte sicher als König zu identifizieren, mittig erhebt sich an der Stirnseite ein Uräus, der sich in großen Schlaufen zu beiden Seiten über den Kopf des Herrschers windet. Schmal mandelförmig zeigen sich die Augen, die einen sehr kurzen Schminkstrich aufweisen. Kaum erhalten ist die Nase des Königs, doch anhand der Aushackungen ist festzustellen, dass sie eine schmale Form gehabt haben muss. Der Mund ist voluminös gestaltet, wobei die Mundwinkel zur Andeutung des ‚Saitenlächelns‛ ganz leicht nach oben gezogen sind. Dieses Lächeln ist typisch für die 26. Dynastie und an sehr vielen Statuen dieser Zeit zu sehen, ebenso die Darstellung des Königs ohne einen Königsbart. Auf der Rückseite des Kopfes ist das obere, rechteckige Ende eines Rückenpfeilers erhalten, das die Reste einer Inschrift zeigt. Die erhaltenen Partien zweier nebeneinander stehender Falken mit Doppelkrone und Sonnenscheibe mit Uräus sowie Anch-Zeichen lassen darauf schließen, dass die Inschrift in beiden Textzeilen mit dem Horusnamen des Königs begann.
Einst war die Statue, von der der Kopf stammt, wie alle Statuen dieser Zeit in einem Tempel aufgestellt gewesen, sodass der König bildlich vertreten dauerhaft bei allen Festen und Riten für die Götter anwesend sein konnte.
Bis heute ist es nicht gelungen, das Stück eindeutig einem König der 26. Dynastie zuzuweisen. Aufgrund von Vergleichsstudien wurde der Kopf häufig dem König Amasis zugeschrieben. Betrachtet man die Plastiken, die inschriftlich gesichert dem Amasis zugewiesen werden können (Cambridge 13/1937, Kairo, Ägyptisches Museum JE 91491, Kairo, Ägyptisches Museum RT 35/5/26/1, New York, Metropolitan Museum 35.9.3, Kopenhagen, Nationalmuseum 3603, Rom, Musei Capitolini 8), sind bei keiner die oben beschriebenen Gesichtszüge von Berlin 11864 zu erkennen. Vielmehr zeichnen sich diese Köpfe sämtlich durch große Augen und hoch liegende Augenbrauen aus. Somit scheint es gerechtfertigt von der Datierung von Berlin 11864 als ‚Amasis-zeitlich‛ abzurücken und das Objekt zunächst als Kopf einer spätzeitlichen Königsstatue zu bezeichnen. Neuere Forschungen legen diesbezüglich eine Datierung in die Regierungszeit des Necho II (610−595 v. Chr.) nahe.
(Elisabeth Greifenstein)

Last updated: 04.09.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).