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Standfigur einer Königin, wohl die vergöttlichte Ahmes-Nefertari

Ident. Nr.: ÄM 10114

ObjID: obj:606605

Details (expert)

Date(s)
Ramses II. (19. Dynastie -> Neues Reich -> Ägypten)
Datierung engl.: Ramesses II
Additional titles
Collection title: Standfigur einer Königin, wohl die vergöttlichte Ahmes-Nefertari
Translation: Standing statue of a queen, possibly the deified Ahmes-Nefertari
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 55,5 x 12 x 15 cm

Object Description

Diese Statue einer unbekannten Königin zählt zu den ramessidischen Plastiken. In ihrer rechten Hand trägt sie einen gebogenen Wedel, eine Form, die seit der 12. Dynastie bekannt ist und im Neuen Reich ausschließlich bei Königinnendarstellungen Verwendung fand. In ihrer Linken hält sie vermutlich ein Tuch oder eine unvollendete Lotosblume. Auf der Strähnenperücke sind an einem Stirnband zwei Uräusschlangen befestigt, von denen die eine die Rote Krone Unterägyptens und die andere die Weiße Krone Oberägyptens trägt. Der Wedel und die Uräusschlangen sind königliche Symbole. Neben diesen Insignien fällt die sogenannte Hathor-Krone mit ihren Federn, dem Kuhgehörn und der Sonnenscheibe auf. Durch dieses Attribut wird die Königin in den Status einer Gottesgemahlin erhoben. Auf dem Sockel und dem Rückenpfeiler der Skulptur sind keine Inschriften erhalten geblieben, sodass die Zuordnung zu einer bestimmten Königin nicht möglich ist. Die bekannteste vergöttlichte Königin ist Ahmes-Nefertari, die Stammmutter der 18. Dynastie. Sie wird insbesondere in der 19. und 20. Dynastie in Deir el-Medine verehrt. Eine Zuweisung der Statue an diese Königin ist wahrscheinlich, aber nicht eindeutig belegbar.
Da die Herkunft der Standfigur unbekannt ist, können nur Vermutungen über ihren ursprünglichen Aufstellungsort gemacht werden. Häufig waren Königsstatuen im Neuen Reich im Tempelbezirk aufgestellt. Hier repräsentierten sie das ägyptische Königtum und empfingen Opfergaben. Gleichzeitig betonten sie mit dieser Aufstellung ihre enge Beziehung zu den Göttern und damit die Macht der ägyptischen Herrscher. Das göttliche Attribut der Königin, die Hathorkrone, symbolisiert diese Gott-Mensch-Verbindung im Rang der „Gottesgemahlin des Amun“. Dieser altägyptische Titel ist von der 18. bis in die 26. Dynastie belegt und die Aufgaben der Amtsinhaberinnen reichten weit über die bisherigen traditionellen Priesterinnenämter hinaus. Neben den klassischen Aufgaben wie Musizieren und Tanzen für die Götter, führten sie Rituale und kultische Handlungen aus, um beispielsweise die Feinde Ägyptens zu vernichten. Als Gottesgemahlin wurden in der 18. und 19. Dynastie hauptsächlich die großen königlichen Gemahlinnen bezeichnet, die auch in den meisten Fällen den Thronerben gebaren. In diesem Sinne vereinigte sich die Gottesgemahlin mit dem Schöpfergott Amun-Re und legitimierte somit die göttliche Abstammung des zukünftigen Pharao.
M. Jung

Last updated: 23.09.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Büste der Göttin Isis auf rundem Sockel

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Fingerring der Tadja mit Hathorkopf, Papyrusdolde und Lotosblüte

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Der Ring stellt einen von insgesamt sechs aus blau glasierter Fayence gefertigten Hülsenringen (ÄM 16956–ÄM 16961) dar. Sie wurden in à-jour-Technik, d.h. in durchbrochener Arbeit, gefertigt. Die Ringe sind unterschiedlich groß, tragen jedoch alle ähnlichen Motive. Das Zentrum der breiten Ringschiene bildet das Gesicht der Hathor mit Kuhohren und Perücke über einem Zeichen, das eine Neb-Hieroglyphe darstellt. Bekrönt ist das Haupt von einem durchbrochen gearbeiteten Kopfputz. Den Rest der Ringfläche nehmen links eine Lotusblüte und rechts eine lilienartige Blüte ein, die zu 90 Grad in Bezug zum Hathorkopf gedreht sind, und durch Wellenlinien voneinander getrennt werden. Die Innenseite des Rings ist glasiert.Solche Hülsenringe trug man vermutlich weniger im Alltag, da sie zu fragil und z.T. zu lang sind, um sie bequem auf einem Fingerglied zu tragen. Die Symbolik der Ringe spricht eher für einen jenseitigen Nutzen. Die Pflanzenmotive, die Kombination von Wasser (Ursprung des Lebens, Lebensraum) in Verbindung mit Hathor (Himmel) macht die Ringe aus dem Grab der Tadja zu einem Abbild des Kosmos. Die Beigabe von solchen Ringen versinnbildlicht den Wunsch der Verstorbenen als Teil des kosmischen Lebenszyklus, in ein jenseitiges Leben wiedergeboren zu werden.Die Ringe stammen aus dem Grab eines Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Bestattung war ein herausragendes Beispiel eines vollständigen Grabinventars. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).I. Regulski

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