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Relieffragment aus dem Grab des Generals Haremhab: Feldlagerszene

Ident. Nr.: ÄM 20363

ObjID: obj:607104

Details (expert)

Involved
Maurice Nahman (1868 - 1948),
Käufer*in
Dating
Historische Datierung: Haremhab
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 53 x 8,5 cm

Object Description

Nachdem Tutanchamun, der Nachfolger von Pharao Echnaton, um 1330 v. Chr. die königliche Residenz von Amarna nach Memphis verlegt hatte, ließen viele königliche Beamte ihre privaten Grabanlagen in der nahe gelegenen alten Königsnekropole in Saqqara errichten. Der hier gezeigte Reliefblock stammt aus dem Privatgrab des Haremhab. Dieser war während der Regentschaft von Pharao Tutanchamun als Oberbefehlshaber des Heeres und Stellvertreter des Königs einer der einflussreichsten Männer im Land. Haremhab übernahm nach dem frühen Tod Tutanchamuns und einer kurzen Regentschaft des Eje den Pharaonenthron. Er ließ danach ein zweites, sein königliches Grab, in dem er wohl auch bestattet wurde, im Tal der Könige anlegen. Die Szenen dieses Reliefs aus seinem Privatgrab geben einen Einblick in das alltägliche Leben in einem Feldlager. Im oberen Abschnitt ist ein Streitwagen zu sehen, in dem ein Wagenlenker sitzt und sich ausruht. Die abgespannten Pferde werden von einem Pferdeknecht betreut, der rechts neben dem Streitwagen hockt. Links im Relief ist der obere Teil eines Zeltes zu erkennen, das von einer Säule mit Lotuskapitell getragen wird. In dem Zelt befindet sich – neben zwei Männern – diverses Mobiliar, wie Hocker, Handwaschgeschirr, Krüge und Schalen in Ständern, dazu ein mit Speisen gedeckter Tisch. Rechts ist ein Esel mit herabhängenden Ohren abgebildet. Neben dem Tier befinden sich die abgestellten, vermutlich mit Futter gefüllten Transportsäcke. Gut zu erkennen ist, dass die beiden Säcke jeweils an einem Ende miteinander verbunden sind, um für den Transport über den Rücken des Esels gehängt werden zu können. Während eines Feldzuges wurden Esel als zuverlässige und ausdauernde Transportiere eingesetzt. Ihre stoische Art hatte zudem eine beruhigende Wirkung auf die nervösen Pferde.

Aus: Gerhardt, M., Knebel, J., Pabst, R., Valsecchi Gillmeister, A., Zorn, O. (Hrsg.), Einfach unentbehrlich. Der Esel in der antiken Welt, Berlin, 2024

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)