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Relieffragment aus dem Grab des Generals Haremhab: Höflinge vor dem [König Tutanchamun]

Ident. Nr.: ÄM 22663

ObjID: obj:607109

Details (expert)

Dating
Tut'anchamun (Tutanchamun)
Datierung engl.: Tutankhamun
Additional titles
Collection title: Relieffragment aus dem Grab des Generals Haremhab: Höflinge vor dem [König Tutanchamun]
Translation: Relief depicting courtiers bowing before Pharaoh
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 23 x 3 cm

Object Description

Das Relief gehört zu einer größeren Szene aus dem Grab des Haremhab, das wie ein ägyptischer Tempel aufgebaut ist. So besitzt es Pylone und Säulenhöfe. Es wurde in Saqqara angelegt, als Haremhab unter Pharao Tutanchamun das Amt des Oberbefehlshabers des Heeres (General) innehatte, und bevor er selbst zum letzten Pharao der 18. Dynastie aufstieg und ein Grab im Tal der Könige erhielt.
Die direkten Anschlussstücke des Reliefs befinden sich heute im Rijksmuseum van Oudheden in Leiden und im Kunsthistorischen Museum in Wien. Das sich links anschließende Fragment zeigt König Tutanchamun und ist in Leiden ausgestellt (Inventarnummer: H.III.QQQQ & F 1914/4.1). Dargestellt ist ein Empfang vor dem Pharao. Die Kleidung der Höflinge entspricht der Mode der späten 18. Dynastie. So kleidet ein reich gefälteltes Gewand mit Trompetenärmeln sowie eine gewellte Perücke den Mann in der ersten Reihe. Die Kleidung beziehungsweise Mode einer jeweiligen Epoche, zu der nicht nur die Kleidungsstücke an sich, sondern auch Haartracht und Schmuck zu zählen sind, ist uns häufiger aus rund- und flachbildlichen Darstellungen denn archäologisch überliefert. Auch entsprechen die archäologischen Funde, die z. B. in den Gräbern des Tutanchamun oder des Cha gemacht wurden, nicht unbedingt dem, was in den Darstellungen überliefert ist.
Das Kleidungsstück schlechthin für die männliche Bevölkerung bildete der Schurz. Ab der Thutmosidenzeit jedoch entwickelte sich innerhalb der höheren Bevölkerungsschichten eine Tendenz hin zu einem verhüllten Oberkörper, sodass vermehrt hemdartige Kleidungsstücke sowie Tuniken auftreten. Das typische und in der weiblichen Bevölkerung am meisten verbreitete Gewand ist ein eng anliegendes Trägerkleid, das bis oberhalb der Knöchel reicht. Unter Pharao Amenophis III. erfährt auch dieses Veränderungen und entwickelt sich zu einem stark gefältelten Gewand, das nun bis zu den Füßen reicht. Genauso wie Schmuck, kann Kleidung ein Kennzeichen des sozialen Status einer Person sein und Aufschluss über ihren Beruf geben. So ist wenig Kleidung meist ein Zeichen für eine sozial und beruflich niedrigere Stellung.
(J. Jancziak)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).