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Fingerring der Tadja mit Hathorkopf, Papyrusdolde und Lotosblüte

Ident. Nr.: ÄM 16959

ObjID: obj:607455

Details (expert)

Creator/Entity
Otto Rubensohn (24.11.1867 - 9.8.1964),
Grabungsleiter*in
Date(s)
25. Dynastie (Kuschiten) (3. Zwischenzeit -> Ägypten)
Additional titles
Collection title: Fingerring der Tadja mit Hathorkopf, Papyrusdolde und Lotosblüte
Translation: Finger ring of Tadja with Hathor head, papyrus umbel and lotus flower
Geographical references
Material / Technique
Fayence (Material), blau
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 2,7 x 1,8 cm

Object Description

Der Ring stellt einen von insgesamt sechs aus blau glasierter Fayence gefertigten Hülsenringen (ÄM 16956–ÄM 16961) dar. Sie wurden in à-jour-Technik, d.h. in durchbrochener Arbeit, gefertigt. Die Ringe sind unterschiedlich groß, tragen jedoch alle ähnliche Motive. Das Zentrum der breiten Ringschiene bildet das Gesicht der Hathor mit Kuhohren und Perücke über einem Zeichen, das eine Neb-Hieroglyphe darstellt. Bekrönt ist das Haupt von einem durchbrochen gearbeiteten Kopfputz. Den Rest der Ringfläche nehmen links eine Lotusblüte und rechts eine lilienartige Blüte ein, die zu 90 Grad in Bezug zum Hathorkopf gedreht sind, und durch Wellenlinien voneinander getrennt werden. Die Innenseite des Rings ist glasiert.
Solche Hülsenringe trug man vermutlich weniger im Alltag, da sie zu fragil und z.T. zu lang sind, um sie bequem auf einem Fingerglied zu tragen. Die Symbolik der Ringe spricht eher für einen jenseitigen Nutzen. Die Pflanzenmotive, die Kombination von Wasser (Ursprung des Lebens, Lebensraum) in Verbindung mit Hathor (Himmel) macht die Ringe aus dem Grab der Tadja zu einem Abbild des Kosmos. Die Beigabe von solchen Ringen versinnbildlicht den Wunsch der Verstorbenen als Teil des kosmischen Lebenszyklus, in ein jenseitiges Leben wiedergeboren zu werden.
Die Ringe stammen aus dem Grab eines Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Bestattung war ein herausragendes Beispiel eines vollständigen Grabinventars. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).
I. Regulski

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Kopf einer Statuette der Königin Teje

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Das kleine Porträtköpfchen der Königin Teje gehört zu den ausdrucksvollsten Bildwerken der altägyptischen Kunst. Selbst wenn das Gesicht grundsätzlich den künstlerischen Normen der Zeit folgt, dürften auch individuelle Züge dieser bemerkenswerten Frauengestalt aus der altägyptischen Geschichte mit eingeflossen sein.Teje wurde als Tochter des „Priesters und Rindervorstehers des Gottes Min“ Juja und dessen Gemahlin Tuja um 1400 v. Chr. geboren und war somit nicht königlicher Herkunft. Die Familie stammte aus Achmim in Mittelägypten. Die bürgerliche Herkunft der Teje wurde durch die Nennung der Eltern im Rahmen des offiziellen Protokolls auf der Serie der so genannten „Hochzeitsskarabäen“ weithin propagiert. Die markanten Gesichtszüge dieses kleinen Statuettenköpfchens erwecken in uns subjektiv den Eindruck einer energischen Frau und starken, gebieterischen Königin, was durchaus der realen Stellung der Teje entsprochen haben dürfte, aber letztlich nichts über ihr tatsächliches Aussehen aussagen kann.Allerdings erhob Amenophis III. seine „Große Königliche Gemahlin“ in eine absolute Sonderstellung, da sie ihm nahezu gleichberechtigt an die Seite gestellt wurde. So übernahm sie auch in offiziellen Kulthandlungen den weiblichen Part göttlicher Rollen, was u. a. das Tragen der Doppelfederkrone mit Sonnenscheibe und Kuhgehörn in Anlehnung an die Göttin Hathor erklärt.Von der Übernahme dieser Symbolik legt auch dieses Figürchen Zeugnis ab, wobei der wohl mit Uräus-Schlangen geschmückte, ringförmige Kronenuntersatz zwischen Perücke und Doppelfederkrone verloren ist und so der ursprüngliche Eindruck der Statuette verfälscht wird. Hinzu kommt, dass man auch die erste Version der Kopfbedeckung unter der später aufgelegten und mit kleinen blauen Perlen besetzten Haube kaum erfassen kann. Erkennbar sind noch die prächtigen Ohrgehänge sowie ein Teil der schwarz korrodierten silbernen Haube, in die zwei Uräusschlangen über der Stirn der Königin eingelassen gewesen waren, deren Schlangenkörper sich unter der zweiten Kopfbedeckung abzeichnen. Mit Hilfe computertomographischer Aufnahmen aus dem Jahr 1995 konnten dagegen alle Details der ursprünglichen Gestaltung virtuell rekonstruiert werden.Über den Zweck dieser Umarbeitung ist sich die Fachwelt bislang nicht einig, doch dürfte der Zeitpunkt erst während der Amarna-Zeit oder unmittelbar danach anzunehmen sein. Auch die Funktion der ehemals ca. 35 cm großen Statuette, die aus den königlichen Anwesen von Medinet el-Gurob im Fayum stammt, bleibt ungeklärt. Entgegen anderslautender Interpretationsansätze wird an dieser Stelle die Umarbeitung allerdings nicht mit einer Erhebung Tejes zu einer Gottheit in Verbindung gebracht, da das Tragen eines Uräen-geschmückten Kalathos mit Doppelfederkrone, Sonnenscheibe und Kuhgehörn nicht nur bei Teje und Nofretete, sondern auch bei Anch-es-en-Amun und allen folgenden Königinnen zum gängigen Erscheinungsbild gehört. Die kugelförmige Perückenumarbeitung, die der Form des darunterliegenden „Chat“-Kopfputzes folgt, sollte hier nicht überinterpretiert werden. „Göttlich“ ist die Rolle der Teje allemal, aber sie wurde sicherlich weder wie die Stammmutter der 18. Dynastie, „Ahmes-Nefertari“, in den Status einer Art „heiliger Patronin“, noch in den einer „Göttin“ erhoben.Aus: Seyfried, F., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 202 (Kat.-Nr. 4).

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Reliefblöcke aus dem Grab des Ptahemhat-Tj: Darstellung des Begräbniszuges mit Trauergefolge

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Eine der eindrucksvollsten und berühmtesten Darstellungen eines Begräbniszuges aus dem alten Ägypten findet sich auf dem sogenannten Trauerrelief, entstanden in der Regierungszeit des Königs Tutanchamun.Im unteren Bildstreifen ist rechts noch eine Ecke des Sargschreins zu erkennen; von einem Baldachin überdacht, steht er auf einem Transportschlitten. Der Sargschlitten wurde von zwei Rindergespannen und Dienern gezogen, die man sich in der Fortsetzung rechts ebenso vorzustellen hat wie die antreibenden Hirten und den Priester, der den Verstorbenen, Weihrauch und Wasser spendend, begleitete. An der Spitze des Zuges liefen Träger mit Kästen für Ritualgeräte und Opfertischen sowie eine Gruppe laut klagender Frauen. Dem Sarg folgen zunächst die beiden Söhne, die ihren toten Vater mit schmerzerfüllten Gesichtern und leidenschaftlichen Gebärden beklagen. Dann kommt das Ehrengeleit, angeführt von einem General, wahrscheinlich Haremhab. Hinter ihm schreiten der ober- und unterägyptische Wesir sowie elf weitere hohe Staatsbeamte und Würdenträger. Den Schluss des Zuges bildet das in langer Reihe aufmarschierende Tempelpersonal, die Untergebenen des Verstorbenen.Im oberen Bildstreifen sind mit Palmzweigen und Blumensträußen geschmückte Lauben abgebildet, die entlang des Prozessionsweges aufgebaut waren. Die in ihnen aufgestellten Opfergaben sollten symbolisch den Toten und die Trauergäste verpflegen. Aufgabe der Diener war zu klagen, beim Vorbeizug des Sarges die Krüge zu zerschlagen und anschließend die Opferlauben zu zerlegen. Am rechten Bildrand sind zwei trauernde Frauen zu sehen, die wohl zu einer Klagefrauengruppe gehören.Das Relief stammt aus einem Grab in Sakkara, der Nekropole von Memphis, die zu dieser Zeit wieder Verwaltungsitz war. Als Inhaber des bislang nicht wiederentdeckten Grabes wurde der Hohepriester des Ptah, Ptahemhat-Tj, ermittelt.(Caris-Beatrice Arnst / gekürzt; aus: K.-H. Priese (Hg.): Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin. Mainz 1991, S. 136-138)

Einseitig bemaltes Ostrakon mit Darstellung einer Katze vor einem Opfertisch mit Gans (Tefnut-Legende)

Einseitig bemaltes Ostrakon mit Darstellung einer Katze vor einem Opfertisch mit Gans (Tefnut-Legende)

Die Kalksteinscherbe (Ostrakon) wurde 1905 durch Ludwig Borchardt (1863-1938) von Mohamed Abd er Rasul in Sheikh Abd el-Qurna (Theben-West) angekauft. Die schwarzen Linienzeichnungen sind teilweise mit roter Farbe und gelbem Ocker ausgemalt. Die Darstellung zeigt eine auf einer Matte sitzende Katze vor einem Opfertisch. Auf diesem befinden sich sechs runde Fladenbrote, die ein Libationsgefäß (Hs-Vase) rahmen. Rechts und links befinden sich ein Fleischstück sowie eine sitzende Gans, welche der Katze zugewandt ist und hier nicht als Opfergabe dient. Den Hintergrund bildet sogenanntes "Schnittgrün", wobei es sich vermutlich um Palmenblätter handelt. Vom Ausguss des Libationsgefäßes gehen zwei Wasserlinien in typischer Zickzack-Form ab und reichen über die Gans und die Katze hinweg. Durch die symbolische Darstellung wird der Akt der Reinigung illustriert. Die äußere Begrenzung des Geschehens bilden ein weiteres Libationsgefäß (nms-Krug) neben dem Opfertisch sowie ein Sykomorenbaum hinter der Katze. Letzterer ist anhand der Blatt- und Stammform des Gewächses sowie den roten Feigenfrüchten zu erkennen. Vermutlich handelt es sich bei der Darstellung um einen Auszug aus dem Mythos vom Sonnenauge, welcher erst in späten demotischen Fassungen schriftlich belegt ist. Die Göttin Tefnut ist hier als nubische Katze vor ihrem Vater Re, in Gestalt einer Gans, abgebildet. Während das Fleischstück hinter ihm in Form des Zeichens für "Erbe" (jwa) zusammen mit der kultischen Reinigung auf die göttliche Verwandtschaft hindeuten, wird mit der Sykomore zumeist die Göttin Hathor assoziiert, welche in einigen Varianten des Mythentexten mit Tefnut gleichgesetzt werden kann. Die mangelnde Oberflächenglättung und grobe Form des Objektes deuten darauf hin, dass es sich hierbei um ein Übungsstück handelt. A. Weber