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Mumie eines Mädchens mit Mumienporträt ("Tochter der Aline")

Ident. Nr.: ÄM 11412

ObjID: obj:607541

Details (expert)

Dating
Historische Datierung: 1.–2. Jh. n. Chr.
Geographical references
Dimensions
Länge x Breite x Tiefe: 83 x 27 x 20 cm

Object Description

Die Untersuchung der Mumie des Kindes mittels Computer-Tomographie (CT) ergab, dass das Mädchen höchstens vier Jahre alt geworden ist. Ihr Körper ist sorgsam von einer Kassettenwicklung umgeben, in deren Rauten Stuckknöpfe zu erkennen sind, die mit einer ockerfarbenen Bemalung und partiell mit Goldfolie überzogen sind.
Auf dem Mumienporträt blickt uns ein ernsthaft dreinschauendes Mädchen aus einem farbenfroh ausgeführten Gesicht mit puttenhaft runden Partien entgegen. Ihr lockiges Haar scheint nach hinten gefasst, während auf den Schläfen und der Stirn eine Reihe sorgsam geordneter Ringellöckchen drapiert ist. Sie trägt eine dunkelbraune Tunika mit einer weit geschnittenen rhombenförmigen Halsöffnung und weißen Textilstreifen, Clavi. Aufgrund des mangelhaften Erhaltungszustandes ist nicht eindeutig erkennbar, ob sich unter diesem ein dünnes Untergewand in Altrosa befindet. Das Mädchen trägt im Haar einen Lorbeerkranz, dazu Buckelohrringe und eine ebenso goldene Kette, an der ein mondsichelförmiger Anhänger vermutet werden darf.
(Jana Helmbold-Doyé)

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)