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Kopf einer kuboiden Statue des Paanmeni

Ident. Nr.: ÄM 253

ObjID: obj:757043

Details (expert)

Involved
Franz von Koller (27.10.1767 - 22.8.1826),
Vorbesitzer*in
Dating
Osorkon II.
Additional titles
Collection title: Kopf einer kuboiden Statue des Paanmeni
Head of a block statue of Paanmeni
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 30 x 15,5 x 15 cm

Object Description

Dieser Kopf eines Mannes aus Grauwacke war Teil einer sogenannten kuboiden Statue, bei der der Besitzer in Gestalt eines Hockenden, mit auf den Knien liegenden, übergelegten Armen dargestellt ist. Der Terminus „kuboide Statue“ beschreibt die blockhaft wirkende Körperform solcher Statuen. Mithilfe des horizontal verlaufenden Ansatzes am unteren Rand des Kopfes, der einen geringeren Teil des Körperblocks aufweist, ist der ursprüngliche Statuentypus des Berliner Kopfes eindeutig zu identifizieren.
Die Statue, zu der der Kopf gehörte, war für einen „Obersten Arzt von Ober- und Unterägypten“ namens Pa-an-meni angefertigt worden. Auf dem Scheitel befindet sich ein halbplastisch geformter Skarabäus, der wahrscheinlich absichtlich abgeschlagen wurde. Zudem sind auf der glatt ausgearbeiteten Perücke des Kopfes der ithyphallische Gott Min von Koptos, der mumienförmige Osiris, der falkenköpfige Horus, Isis sowie die löwenköpfige Göttin Bastet als Herrin von Bubastis aufgereiht und im versenkten Relief abgebildet. Dabei steht Bastet mit dem Rücken zu den anderen Gottheiten. In dieser Darstellungsweise rahmen Min auf der rechten Seite und Bastet auf der linken Seite das Gesicht des Pa-an-meni ein. Die Inschriften nennen zum einen die Amtstitel des Pa-an-meni als der oberste Arzt von Ober- und Unterägypten und zum anderen die Namen seiner Eltern.
Da das Vorhandensein eines plastischen Skarabäus auf dem Scheitel von Privatstatuen sich nach momentanem Kenntnisstand auf die Libyerzeit und auf Unterägypten beschränkt, ist der Statuenkopf auch regional und zeitlich in Unterägypten und die Libyerzeit einzuordnen. Des Weiteren kann er mithilfe stilistischer Vergleiche und ikonographischer Analysen in die Regierungszeit des Osorkons II. (22. Dynastie) datiert werden.
(I. Liao)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)