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Stele des Königs Nastasen

Ident. Nr.: ÄM 2268

ObjID: obj:757710

Details (expert)

Creator/Entity
Wilhelm Martin Ernst Ludwig Graf von Schlieffen (18.9.1829 - 8.12.1902),
Entdecker
Date(s)
Nastasen
Datierung engl.: Nastasen
Additional titles
Collection title: Stele des Königs Nastasen
Translation: Stela of king Nastasen
Geographical references
Herstellungsort: Napata
Fundort: Dongola
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 172 x 127,5 x 18 cm

Object Description

„Im Reichstempel des Amun in Napata wurden eine Reihe von Stelen gefunden, in deren Inschriften die Herrscher von Kusch über ihre Thronbesteigung, Feldzüge, Tempelbauten und Stiftungen für die Götter berichten. Bis zum Ende des 4. Jhs. v. Chr. sind sie in ägyptischer Sprache abgefaßt. Zu diesen wertvollen Denkmälern der Geschichte des Reiches gehört die Stele aus dem 8. Jahre des Königs Nastasen, die mit Sicherheit aus Napata stammt, auch wenn sie, erst im vorigen Jahrhundert verschleppt, 1853 in Neu Dongola entdeckt wurde. Die Reliefs des Giebelfeldes und die Inschriften sind ungewöhnlich sorgfältig gearbeitet, zeigen aber einen schon recht eigenwilligen „unägyptischen“ Stil. Besonders die Hieroglyphen haben oft eine seltsame Form. Wie auch auf Stelen der ägyptischen Könige häufig, ist im Giebelfeld in antithetischer Anordnung der König vor zwei Göttern opfernd dargestellt. Rechts steht er vor dem widderköpfigen Amun von Napata, links vor dem menschenköpfigen Amun von Karnak. Der König ist mit dem ägyptischen Herrscherschurz bekleidet, trägt aber die kuschitische Königskappe mit dem breiten Diadem, an dem nur ein Uräus befestigt ist. Er reicht dem Gott ein Pektoral und eine Kette aus ovalen Kugeln. Für das Reich von Kusch geradezu selbstverständlich ist der König von seiner Hauptgemahlin (in der rechten Szene) und seiner Mutter begleitet, der „Königsschwester und Königsmutter, der Herrin von Kusch, Pelcha“. Sie trägt die Königskappe mit Diadem und Uräus wie der Sohn, hält in der linken Hand das Sistrum und gießt mit der rechten aus einem Kulteimer, der Situla, Wasser vor dem Gotte aus. Sie ist eine der Kandakes der meroitischen Inschriften und der griechisch-römischen Literatur, die sie zu den eigentlichen Herrschern des Reiches machte, obwohl dies nur in Einzelfällen zutraf. Auf eine besondere historische Rolle der Pelcha scheint eine Beischrift nach dem Namen hinzudeuten: „Ihr wurde die Krone in Napata gegeben, weil ihr Vater die Kapelle der Königskappe des Re-Harachte „befestigt“ hat.“
Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 258 (Kat. 157).

Last updated: 24.08.2026

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Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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