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Äußerer, kastenförmiger Sarg des Ken-Hor, Priester des Min (Pfostensarg)

Ident. Nr.: ÄM 8497

ObjID: obj:762176

Details (expert)

Involved
Émile Brugsch (24.2.1842 - 14.1.1930)
Dating
25.–26. Dynastie
Datierung engl.: 746 BCE to 525 BCE, 25th – 26th Dynasty
Additional titles
Collection title: Äußerer, kastenförmiger Sarg des Ken-Hor, Priester des Min (Pfostensarg)
Translation: Box-shaped outer coffin of Ken-Hor, the Priest of Min (vaulted sarcophagus)
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 85 x 77 x 222 cm

Object Description

Das Sargensemble des Priesters des Min Ken-Hor aus Achmim besteht aus dem äußeren Pfostensarg (ÄM 8497), zwei anthropomorphen Särgen (ÄM 8498, ÄM 8499) sowie einer Mumienhülle aus Kartonage (ÄM 8500).
Der äußere Pfostensarg des Ken-Hor bildet eine Kapelle mit Eckpfosten und gewölbtem Deckel nach. Die Form des Sarges, die auch an die Grabkapelle des Osiris anknüpft, liefert bereits die magische Voraussetzung für Schutz und Weiterleben des Verstorbenen. Die Inschriften und Darstellungen des Sarges sind ebenfalls wichtige Elemente für die jenseitige Fortexistenz des Verstorbenen.
Die Dekoration des Pfostensarges besteht aus zwei Komponenten. An der Sargwanne sind aufrechtstehende Mumien mit Götterbart in ihren Schreinen vor erhellten Grabeingängen dargestellt. Das Motiv wurde aus der dritten Stunde des sogenannten Pfortenbuches entnommen. Es geht dabei um das Wiederaufleben der Mumien durch die Lichtspende des Sonnengottes beim Vorbeiziehen.
Darüber hinaus teilt eine vertikale Inschriftenzeile mit einem Gebet an Re-Harachte den gewölbten Deckel in zwei längliche Bildflächen, in den der Verstorbene anbetend vor verschiedenen Gottheiten tritt. Die Falken mit Sonnenscheibe und Federkrone, die meist als Holzstatuetten auf die Pfosten aufgesetzt sind, sind hier an den vier Ecken des Deckels aufgemalt. Die Inschriften nennen die beiden Falken am Kopfbereich als den Gott Sopdu, und die beiden anderen am Fuß als Horus. Links der Inschriftenzeile ist Ken-Hor zweimal vor Osiris anbetend dargestellt. In der Mitte liegt Anubis in Schakalgestalt auf einem Schrein mit dem Abydos-Fetisch als Mittelpunkt, auf beiden Seiten von jeweils zwei Horussöhnen flankiert. Rechts vom Inschriftenband betet der Sarginhaber in der Mitte den auf einem Schrein liegenden Anubis an, begleitet von drei hockenden Göttern auf einem Schrein auf der linken Seite, sowie einem hasenköpfigen und einem schlangenköpfigen Gott der Unterwelt rechts. Am rechten Bildfeld ist der Verstorbene noch einmal anbetend vor Ptah dargestellt.
Zudem schmücken ein liegender Schakal auf der einen und ein Paar Udjat-Augen auf der anderen die Schmalseiten des Sargdeckels. Es ist jedoch äußerst ungewöhnlich, dass die Udjat-Augen, die sich normalerweise an die Kopfrichtung der im Sarg platzierten Mumie orientieren, hier am Fußbereich dargestellt sind. Ob hier ein Fehler unterlaufen ist, muss noch untersucht werden.
(I. Liao nach: Brech, R., Spätägyptische Särge aus Achmim. Eine typologische und chronologische Studie, Gladbeck 2008, S. 73ff.; Germer, R. / Kischkewitz, H. / Lüning, M., Berliner Mumiengeschichten. Ergebnisse eines multidisziplinären Forschungsprojektes, Regensburg 2009, S. 126f.)

Last updated: 13.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)

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