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Anthropomorpher Sarg der Ta-dit-Hor-pa-Re, Tochter von Ruru

Ident. Nr.: ÄM 8509

ObjID: obj:762206

Details (expert)

Involved
Émile Brugsch (24.2.1842 - 14.1.1930)
Dating
25.–26. Dynastie
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 177 x 52 x 39 cm (lt. Inv.)

Object Description

Für eine Frau namens Ta-dit-Hor-pa-Re aus der dritten Zwischenzeit, deren einer Elternteil den Name Ruru trug, wurde der anthropomorphe Sarg in Achmim geschaffen. Der mumienförmige Sarg im schlechten Erhaltungszustand verleiht in seiner Ausformung einen leicht gedrungenen Eindruck, wobei das Gesicht des Sargdeckels recht sorgfältig ausgearbeitet wurde. An einigen Stellen des Deckels wurde die Schnitzarbeit in Ton nachmodelliert. Die plastisch ausgearbeiteten Ohren und der klar erkennbare Sockel geben Hinweise auf die Datierung des Sarges in die 25./26. Dynastie. Die Datierung wird zudem durch die Schreibung des Gottesnamen Osiris mit der Hieroglyphe für „Gott“ weiter bestätigt.
Die einfach gehaltenen Dekorationen wurden auf den weißen Untergrund des Sargdeckels aufgemalt. Die Wanne bleibt undekoriert. Unterhalb des Halskragens ist im Mittelstreifen über der Inschrift mit einer Opferformel und einer kurzen genealogischen Angabe ein Abydos-Fetisch zu sehen. Seitlich davon sind in symmetrischer Anordnung je ein Udjat-Auge und in vier darauf folgenden Registern je eine mumienförmige Gottheit mit über der Brust gekreuzten Armen dargestellt. Erkennbar sind Selket im linken Bildfeld des oberen Registers, gefolgt von Horus auf der linken Seite und Thot auf der rechten sowie Chnum links im darunter befindlichen Register. Auf der Vorderseite des Sockels ist links und rechts je ein Sokar-Falke im Umriss gezeichnet.
Das Dekorationsschema lässt sich nicht in einem der bekannten Designtypen einordnen. Die gedrungen wirkende Gesamtausformung des Sarges, das einfache Dekorationsschema, und die im schlechten Duktus abgefasste Inschrift stehen jedoch im deutlichen Gegensatz zu dem relativ gut ausgearbeiteten Gesicht. Da die Särge mit aufwendiger und qualitativer Handwerkarbeit kostspielig waren, lässt sich vermuten, dass man bei der Gestaltung des Sarges bewusst auf die Ausmodellierung des schönen Gesichts konzentriert hatte.
(I. Liao nach Brech, R., Spätägyptische Särge aus Achmim. Eine typologische und chronologische Studie, Gladbeck 2008, S. 44f., 51. )

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)

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