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Fragment eines Gegengewichts (Menit) des libyschen Lokalregenten Ker

Ident. Nr.: ÄM 8939

ObjID: obj:763287

Details (expert)

Dating
22. Dynastie (Unterägypisch-Libyer)
Geographical references
Material / Technique
Fayence (Material), hellgrün
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 6 x 5,5 x 0,6 cm

Object Description

Auf der Vorderseite des Unterteils dieses Menit-Gegengewichts aus grüner Fayence ist eine im Pflanzendickicht schreitende Kuh, die eine Erscheinungsform der Göttin Hathor ist, dargestellt. Um ihren Hals hängt ein Bat-Emblem, das aus einem Menschengesicht mit Kuhohren und nach innen gebogenen Hörnern sowie einer unten anschließende Schmucktroddel besteht. Die Göttin Bat wurde ab dem Mittleren Reich in den großen Bedeutungskomplex der Hathor integriert und das Emblem wurde zu einem der bedeutsamen Hathor-Symbole. Unterhalb der Standlinie symbolisieren die schräg angeordneten Zickzacklinien die wasserreiche Sumpflandschaft. Über dem ovalen Bildfeld lassen sich zudem zwei Paar kniende Menschenbeine erkennen. Auf der Rückseite ist der Schlussteil einer vertikalen Inschriftenzeile erhalten, in der der Name und Titel des libyschen Großfürsten Ker aus der 22. Dynastie, der im westlichen Nildelta regierte, zu lesen sind.
In Gestalt einer Kuh in der Sumpflandschaft ist Hathor in ihrer Rolle als Mutter des Königsgottes Horus dargestellt. Die Darstellung ist daher im königsideologischen Kontext zu verstehen. Bemerkenswert ist außerdem, dass die beiden Wappenpflanzen Ägyptens – Papyrus für Unterägypten und Lotus für Oberägypten – gleichzeitig auf dem Menit-Fragment dargestellt sind. Ker regierte zwar lediglich als Lokalregenten im Westdelta, aber auf einer symbolisch manifestierten Ebene verfügte er die Macht über ganz Ägypten, wie es hier bildlich propagiert wird. Möglicherweise handelt es sich bei diesem Fragment, um eine Votiv- oder Gründungsbeigabe.
(I. Liao)

Last updated: 05.09.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).