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Fragment einer naophoren Statue mit hieroglyphischer Inschrift

Ident. Nr.: ÄM 12421

ObjID: obj:766397

Details (expert)

Creator/Entity
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Date(s)
26. Dynastie ("Saiten") (Spätzeit -> Ägypten)
Additional titles
Collection title: Fragment einer naophoren Statue mit hieroglyphischer Inschrift
Translation: Fragment of a naophoric statue with a hieroglyphic inscription
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 12 x 6 x 10 cm

Object Description

Dieses auf den ersten Blick etwas seltsam anmutende Objekt ist das Fragment einer Standstatue, die vor sich einen ‚Naos‛ mit einem Götterbild des Osiris trug. Tragbare ‚Naoi‛ waren zur besseren Handhabung realiter mit einer Stütze versehen. Ein solches Oberteil eines an die Vorderseite der Beine angelehnten, geschwungenen und sich zu den Füßen hin verjüngenden Stützpfeilers ist nun im vorliegenden Fragment erhalten. Zugleich diente dieses Element aus Gründen der Statik für die Ausformung in Stein als Stütze.
Von der einst dargestellten Person selbst hat sich heute nichts mehr erhalten. Aus den Angaben im Inventarbuch wissen wir jedoch, dass ursprünglich noch die Hände des Mannes vorhanden waren, außerdem besaß das Stück einst eine Höhe von 29 cm. Heute sind nur noch 12 cm Höhe messbar. Dies bedeutet also, dass zu einem späteren, nicht mehr bestimmbaren Zeitpunkt die obere Hälfte des Objektes verloren gegangen sein muss. Vermutlich steht der Verlust mit den Verlagerungen während des Zweiten Weltkrieges im Zusammenhang. Leider existieren dazu keinerlei alte Aufzeichnungen oder Fotos.
Auf dem Stützpfeiler befindet sich eine Kolumne von Hieroglyphen ohne Kolumnenbegrenzung. Die Inschrift lautet: „[N.N.,] er sagt: ‚Ich bin gekommen zu Dir, mein Herr, Großer Gott, Herrscher der Ewigkeit! [///]‘“
Die Inschrift enthält einen Teil einer Rezitation des einst in der Statue dargestellten Mannes, deren Anfang wie Ende verloren ist, so dass sich auch Name und Titel nicht erhalten haben. Der Text richtet sich an die Gottheit des Tempels in Saïs, in dem die Statue einst aufgestellt gewesen war. Auch die kuboide Statue Berlin ÄM 11482 trägt eine auf diesen Gott Bezug nehmende Inschrift.
(Jan Moje)

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Der Ring stellt einen von insgesamt sechs aus blau glasierter Fayence gefertigten Hülsenringen (ÄM 16956–ÄM 16961) dar. Sie wurden in à-jour-Technik, d.h. in durchbrochener Arbeit, gefertigt. Die Ringe sind unterschiedlich groß, tragen jedoch alle ähnlichen Motive. Das Zentrum der breiten Ringschiene bildet das Gesicht der Hathor mit Kuhohren und Perücke über einem Zeichen, das eine Neb-Hieroglyphe darstellt. Bekrönt ist das Haupt von einem durchbrochen gearbeiteten Kopfputz. Den Rest der Ringfläche nehmen links eine Lotusblüte und rechts eine lilienartige Blüte ein, die zu 90 Grad in Bezug zum Hathorkopf gedreht sind, und durch Wellenlinien voneinander getrennt werden. Die Innenseite des Rings ist glasiert.Solche Hülsenringe trug man vermutlich weniger im Alltag, da sie zu fragil und z.T. zu lang sind, um sie bequem auf einem Fingerglied zu tragen. Die Symbolik der Ringe spricht eher für einen jenseitigen Nutzen. Die Pflanzenmotive, die Kombination von Wasser (Ursprung des Lebens, Lebensraum) in Verbindung mit Hathor (Himmel) macht die Ringe aus dem Grab der Tadja zu einem Abbild des Kosmos. Die Beigabe von solchen Ringen versinnbildlicht den Wunsch der Verstorbenen als Teil des kosmischen Lebenszyklus, in ein jenseitiges Leben wiedergeboren zu werden.Die Ringe stammen aus dem Grab eines Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Bestattung war ein herausragendes Beispiel eines vollständigen Grabinventars. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).I. Regulski

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Korb-Gefäß mit zwei Ösen aus dem Grab der Tadja

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Der aus Fayence gefertigte Behälter imitiert einen geflochtenen Korb und ist außen und innen mit einer glänzenden dunkelblauen Glasur überzogen. Es hat eine beutelartige Form und ist leicht flachgedrückt, sodass die Öffnung ein Oval bildet. Am Öffnungsrand, entlang der Längsseiten des Ovals, befinden sich zwei gegenüberliegende Fortsätze mit einem Loch, an dem vermutlich ein beweglicher Griff oder heute nicht mehr vorhandene Trageschnüre aus organischem Material angebracht worden sein könnten. Die Dekoration des Gefäßkörpers besteht aus waagerechten Linien, deren Zwischenräume mit kurzen diagonalen Linien gefüllt sind. Von den Laschen ausgehend verlaufen über den Gefäßboden sich kreuzende Linien, die möglicherweise einen Henkel imitieren sollen. Diese Dekoration wurde vermutlich in dunkler Farbe oder durch Ritzungen aufgetragen, die später mit Glasur gefüllt wurden. Die Innenseite des Gefäßes weist am Boden unregelmäßige Absätze auf. Es ist zu vermuten, dass der Gefäßboden separat angesetzt wurde; an der Außenfläche ist dieser Vorgang nicht erkennbar. Das Gefäßmuster ahmt ein Flechtwerk aus Palmblattstreifen nach, ein Material, das für die Herstellung von Matten, Netzen und Körben gebräuchlich war.Das Fayence-Gefäß ist Teil der Grabausstattung des Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Bestattung war ein herausragendes Beispiel eines vollständigen Grabinventars. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).S. Steines / redak. I. Regulski