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Sarg der (Hathor-)Ibet

Ident. Nr.: ÄM 17104

ObjID: obj:767656

Details (expert)

Involved
Otto Rubensohn (24.11.1867 - 9.8.1964),
Grabungsleiter*in
Dating
Spätzeit–frühe Ptolemäerzeit
Geographical references
Material / Technique
Holz (Material); grundiert, bemalt
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 44 x 55 x 165 cm
Länge: 162 cm (lt. Inv.)
Gewicht: ca. 100 kg (gesamt)

Object Description

Der anthropomorphe Sarg der Ibet zählt zu den besterhaltenen aus den Grabungen der Papyruskommission unter Otto Rubensohn in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Er stammt aus einem Familiengrab, in dem auch ihr Mann und ihre drei Kinder bestattet wurden. Zur Bestattung der Ibet gehörte auch ein einfacher Kalksteinsarkophag und vergoldete Mumienauflagen. Der weiß grundierte Sarg zeigt wohlerhaltene polychrome Malereien. Das große Gesicht mit den abstehenden Ohren ist braunrot gefasst und wird von einer gestreiften dreiteiligen Perücke umgeben. Auf der Brust befindet sich ein reichverzierter Halskragen, der an den Schultern Falkenkopf-Schließen aufweist. Im Bauchbereich breitet eine geflügelte, kniende Göttin ihre Schwingen aus. Sie sitzt auf einem Inschriftenblock, der aus fünf senkrechten Inschriftenkolumnen besteht. Diese enthalten die Sprüche der Horussöhne und Pyramidentexte: "Es spricht Amset: Ich bin dein Sohn, (ich) bin dein Schutz – Es spricht Duamutef: Ich bin dein Sohn, (ich) bin dein Schutz. Es spricht Hapi: (Ich) bin dein Sohn, (ich) bin dein Schutz – Es spricht Kebechsenuef: Ich bin (dein) Sohn, (ich) bin dein Schutz. Sie mögen dir Gunst geben." und "Es spricht Osiris Jb.t, die Tochter des P(A)-dj-Wsjr, geboren von der Herrin des Hauses Jhw: Deine Mutter Nut breitet sich über dir aus in ihrem Namen „S.t-p.t“. Sie hat bewirkt, dass du existierst als Gott ohne Feinde in deinem Namen „Gott“. Sie bewahrt dich vor jeder üblen Sache in ihrem Namen „Xnm(.t)-wr(.t)“. Du bist das Größte unter ihren Kindern. Geb ist dir gnädig. Er hat dich geliebt (und er hat dich beschützt), er hat dir deinen Kopf gegeben und er hat veranlasst, dass Thot dich zusammenfügt, damit das, was an dir ist, aufhöre, Osiris Jb.t, Tochter des P(A)-dj-Wsjr (geboren von der Herrin des Hauses Jhw), gerechtfertigt." Dieser Inschrift wird zu beiden Seiten von je zwei mumiengestaltigen Horussöhnen mit Maat-Federn in den Händen flankiert. Der Fußbereich birgt zwei sich gegenüber sitzende Schakale auf einem Pylon. Auf dem podestartigen Sockel befindet sich auf der Vorderseite eine Inschrift, die die Opferformel enthält: "Ein Opfer für Osiris, den Großen Gott, den Herrn von Abydos.".
Die Rückseite zeigt einen plastisch abgesetzten Rückenpfeiler, auf dem im oberen Bereich eine stehende Göttin in einem roten Trägerkleid und mit Sonnenscheibe auf dem Haupt sowie Leinenstreifen (Stirnbänder?) in den ausgestreckten Händen abgebildet ist. Unter ihr erstreckt sich ein Inschriftenblock aus drei Kolmnen, der mit polychromen Hieroglyphen versehen ist. Diese sind z.T. unvollständig bzw. zeigen rote Vorzeichnungen. Leider ist die Inschrift an einigen Stellen unverständlich. Sie enthält aber wie auf der Vorderseite Passagen aus den Pyramidentexten.

Last updated: 17.11.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)