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Stele des Kama

Ident. Nr.: ÄM 7289

ObjID: obj:778329

Details (expert)

Dating
19.–20. Dynastie
Datierung engl.: 19th–20th Dynasty
Additional titles
Collection title: Stele des Kama
Translation: Stela of Kama
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 119 x 68 x 13 cm

Object Description

Die Stele des Geflügelhofangestellten des Ptah-Tempels in Memphis, namens Kama, stellt ein besonders anschauliches Beispiel eines Familienmonuments dar, auf dem mehrere Generationen der Sippe mit Namen und Titeln verzeichnet sind. Während die Hauptbildfelder im oberen Register Kama und seiner Ehefrau vorbehalten sind, folgen in den beiden unteren Registern die Kinder und ihre Ehepartner sowie die Enkel.
Die Form der Stele, die oben einen dreieckigen – die Grabpyramide ersetzenden – Abschluss zeigt, sowie die Abbildung der gesamten Familie über drei Generationen, weisen darauf hin, dass der Gedenkstein dieser eher unbedeutenderen Beamtenfamilie wahrscheinlich eine weitaus kostspieligere Grabkapelle ersetzen sollte. Ähnliche Stelen, die fast alle aus der memphitischen Nekropole stammen und ebenfalls einen pyramidenartigen Abschluss zeigen und deren Bildfelder mit einer Hohlkehle und einem Rahmen eingefasst sind, unterstützen diese Annahme. Neben den genannten Personen verdienen die dargestellten Götter besondere Beachtung. Die Symbolik der Sonnenscheibe in einem „Horizont-Zeichen“ direkt unter dem mit einer Querlinie abgetrennten „Pyramidion“ ist lokal unabhängig; die Totengötter Osiris und Sokar aber sind aufgrund der „Kapellengestaltung“ eng mit der Nekropole von Memphis verbunden. Beide Götter sind stehend in einer Kapelle dargestellt, auf deren Dach ein liegender, in Tücher gehüllter Sokar-Falke zu sehen ist. Sokar war ein lokaler Totengott der Region um Memphis, der mit Osiris und dem Schöpfergott Ptah eine synkretistische Einheit als „Ptah-Sokar-Osiris“ eingehen konnte, aber als eigenständige Gottheit immer mit Falkenkopf abgebildet wurde. Stellt man sich die achsensymmetrische Anordnung der Bildfelder in den Raum projiziert vor, dann wird der Grabkapellencharakter der Stele erneut augenfällig. Man betritt eine von einer Pyramide bekrönte „Kapelle“ mit zwei Götterschreinen für Sokar und Osiris, vor denen Kama und seine Frau anbetend stehen. Ihnen folgen die Paare der zweiten Generation – jeweils der Mann rechts und die Dame links – und den Schluss dieser Art Prozession bilden die Enkel. Den Opfertisch im unteren Register darf man sich dabei sicherlich direkt vor den beiden Götterschreinen im Inneren der Kapelle vorstellen.
(F. Seyfried)

Last updated: 13.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)

Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).