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Hieratischer Papyrus mit einem Brief des Generals PIanchi an die Amun-Priesterin Nedjmet

Ident. Nr.: P 10489

ObjID: obj:833696

Details (expert)

Creator/Entity
Heinrich Schäfer (29.10.1868 - 6.4.1957),
Käufer*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Käufer*in
Date(s)
Ramses XI. (20. Dynastie -> Neues Reich -> Ägypten)
Additional titles
Hieratischer Papyrus mit einem Brief des Generals PIanchi an die Amun-Priesterin Nedjmet
Translation: Hieratic papyrus with a letter of general PIanchi to the Amun priestess Nedjemet
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 12 x 22,5 x 0,03 cm

Object Description

Aus einem Konvolut mit Briefen des Generals Pianchi, heute auch als „Fall abgekürzter Justiz“bekannt. Der hier vorliegende Brief ist die Nr. 3.
1. Brief an den Schreiber der Nekropole Tjaroi. Ein offenbar schwerwiegender Vorfall hatte sich in Theben ereignet: Zwei Polizisten hatten über eine geheime Angelegenheit gesprochen. Genaueres wussten selbstverständlich alle Beteiligten, aus dem erhaltenen Text erfahren wir freilich nichts. Die Sache war heikel und erforderte schnelles Handeln ohne Aufsehen.General Paianch, Sohn des Herihor, der als Hohenpriester und General den oberägyptischen „Gottesstaat des Amun“ regierte, nahm sich der Angelegenheit an: „Der General des Pharaos an den Schreiber der Nekropole Tjaroi: Alle Dinge, von denen du geschrieben hast, sind zur Kenntnis genommen worden. Bezüglich dessen, was du über die beiden Polizisten gesagt hast, dass sie diese Reden führten, triff dich mit Nodjmet und mit Paischuben, sie sollen (Leute) schicken und die beiden Polizisten zu diesem (Paianchs) Haus bringen und jemanden holen, der bei ihren Redereien wirklich dabei war. Wenn sie dann wissen, dass sie es gesagt haben, so sollt ihr sie zwei Männern übergeben, diese sollen sie nachts ins Wasser werfen. Und keiner im Lande soll etwas erfahren.“
Dieser Brief enthält noch eine weitere dienstliche Anweisung zur Bereitstellung von Gold und Silber.

2. In fast gleichlautenden Schreiben befahl er den auch aus anderen Urkunden bekannten Beamten Tjaroi und Paischuben von der Nekropolenverwaltung, die beiden Polizisten zu verhaften, ihnen in Gegenwart eines Zeugen der Indiskretion ihr Vergehen aufzuzeigen, zwei zuverlässige Männer zu holen - einer sollte Paischuben sein - und die Überführten töten und nachts im Nil verschwinden zu lassen. Zu Stillschweigen wurden die Adressaten ausdrücklich verpflichtet.

3. Ein dritter Brief informierte Nodjmet, die Mutter des Paianch und Leiterin des Harems im Tempel des Gottes Amun-Re, über den Vorfall. Diskretion musste ihr nicht auferlegt werden, hier war sie selbstverständlich.

Möglich vielleicht, dass die Beteiligten eine Anklage wegen Mordes fürchteten, sie bewahrten jedenfalls diese drei Briefe zusammengerollt, mit Leinen umwickelt und versiegelt an einem sicheren Ort auf.

I. Müller / J. Moje

Last updated: 04.08.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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