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Kostümjacke mit Peblumschoß

Ident. Nr.: 2003,KR 341

ObjID: obj:881712

Details (expert)

Date(s)
um 1895
Dimensions
Länge: VL./RL. 91 cm

Object Description

Ein Beispiel für meisterhafte Schneiderarbeit ist diese Jacke aus fein geschorenem Wolltuch. Sie vereint sinnlich feminine Formen mit schneidertechnischer Akkuratesse. Ihre übergroßen Keulenärmel betonen die zierliche Taille, unter der sich die glockig geschnittenen doppelten Rockschöße wölben. 1895 waren diese Schöße, auch Peblumschöße genannt, sehr beliebt. Die Jacke wird vorn offen getragen, ihre geraden Vorderteile gehen in stegartige Reversteile über, die über die Schulter gezogen sind und unter dem übergroßen Umlegekragen liegen. Kragen und Revers sind mit rosenholzfarbenem Moiré belegt, sie bilden den optischen Ausgleich zu den breiten Keulenärmeln. Die Jacke ist vollständig mit zimtbraunem Seidentaft abgefüttert. ChrW

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa