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Kästchen mit Darstellung des Quintanaspiels

Ident. Nr.: K 2814

ObjID: obj:889436

Details (expert)

Date(s)
1. Hälfte 15. Jahrhundert
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Italien
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 10,9 x 14,7 x 6,6 cm

Object Description

Das truhenförmige Kästchen schmücken an allen Seiten und auf dem Deckel flach reliefierte, in Kreidegrund modellierte Darstellungen, die buntfarbig gefaßt sind. Der Grund ist vergoldet und dicht punziert. Die Mitte des Deckels nimmt ein großer Brunnen ein, der Liebesbrunnen inmitten des Liebesgartens. Rechts ein Liebespaar, dem sich auf der anderen Seite eine Dame mit Schriftband zuwendet. An der Rückseite ein großer Adler, an den Schmalseiten Kronen.
Die Vorderseite des Kästchens zeigt das um 1400 und in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts beliebte "Quintanaspiel", ein Gesellschaftsspiel, bei dem versucht wird, eine sitzende Dame mit der vorgestreckten Fußsohle so umzustoßen, daß sie nach rückwärts fällt. Hier wird sie von einer anderen im Rücken gestützt, während von rechts eine dritte mit vehement schwingendem Rock und weiten wehenden Ärmeln entgegenstürmt. Das kunstvoll verzierte Kästchen war wohl, so lassen diese Darstellungen vermuten, einst das Geschenk eines Herren an seine Dame.
Dietrich Kötzsche

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus farblosem Glas, Abriss am Boden, leicht ansteigender Fuß mit versenktem und mattiertem Spitzblattfries, angesetzt ein wabenfacettierter Balusterschaft zwischen zwei ebenfalls wabenfacettierten Nodi, der Baluster ist mit drei übereinanderliegenden Kränzen aus eingestochenen Luftblasen verziert. Die becherförmige Kuppa wiederholt am Ansatz den Spitzblattdekor vom Fuß und trägt auf der Wandung das fein geschnittene große brandenburgisch-preußische Wappen, beidseitig gehalten von Wilden Männern und unter einem mit Adlern und der Bügelkrone bekrönten Baldachin, hinter dem rechts die Sonne strahlt, unten: Gott mit uns. Die Gegenseite zeigt den preußischen Adler im Flug gegen die Sonne, darunter: Nec soli cedit (Nicht [einmal] der Sonne weicht er), die Devise des sogenannten Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. (reg. 1713–1740). Den verwärmten Mündungsrand ziert ein geblänkter Perlfries unter einer Linie. Bei dem Glas handelt es sich um ein Erzeugnis der Potsdamer Glasmanufaktur, in die Regierungszeit Friedrichs I. datierend, auf den es mit Wappen und Devise gleich zweifach Bezug nimmt. Vermutlich gehörte ein Deckel dazu (der zugeordnete Deckel mit der Inv.-Nr. O-1982,92 b ist zu groß). Ähnliche Deckelpokale mit dem gleichen Sujet sind überliefert (Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 180, 181, 191, 192, 194; Rückert, Die Glassammlung des Bayerischen Nationalmuseums, Bd. 2, 1982, Kat. 812, S. 275, Taf. 251; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Inv. Nrn. XIII 7 und Dln E.St. 01/26; Stiftung Stadtmuseum Berlin Inv. Nr. KH 99/1270 A; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 19.2 und 20.1). Pokale von dieser Größe und mit königlichen Symbolen waren sicherlich für den Hof bestimmt. [Verena Wasmuth]MAKR

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